Überblick

Was wir tun – Ressourcen bereitstellen, Zugang verbessern, Forschung unterstützen, Forschungsergebnisse sichtbarer machen

Überblick

Der Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) unterstützt Forschende der ethnologischen Fächer mit der Bereitstellung von Informationsressourcen und Recherchezugängen. Darüber hinaus bearbeiten wir infrastrukturelle Fragestellungen an der Schnittstelle zur Forschung, bemühen uns um forschungsgerechte Lösungen und begleiten, moderieren und unterstützen Diskussions- und Positionierungsprozesse in den Fächern.

Die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin und das Forschungsdatenzentrum Qualiservice der Universität Bremen verantworten gemeinsam den FID, beraten von einem wissenschaftlichen Beirat. Alle Services und Projekte werden in enger Abstimmung mit den Fachcommunitys entwickelt, neben dem Beirat sind das insbesondere die beiden großen Fachgesellschaften in Deutschland Deutsche Gesellschaft für Volkskunde (dgv) und Deutsche Gesellschaft für Sozial- und Kulturanthropologie (DGSKA). Im Vorfeld von Antragstellungen werden zusätzliche Vertreter*innen der Fächer zu Beratungen eingeladen – nehmen Sie diese Möglichkeit wahr, die Arbeit des FID mitzugestalten!

Ihre Anregungen und Wünsche für die Arbeit im FID sind aber auch jenseits dieser Termine stets sehr willkommen!

Kooperationen

Darüber hinaus stimmt sich der FID SKA mit fachlich angrenzenden Fachinformationsdiensten, Forschungs- und Infrastruktureinrichtungen (bspw. Museen oder Max-Planck-Institute) sowie mit anderen Akteur*innen der nationalen und internationalen Forschungslandschaft (z.B. Konsortien der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur – NFDI) ab und arbeitet gemeinsam in Arbeitsgruppen, Netzwerken und spezifischen Projekten. Für die Lizenzierung von elektronischen Ressourcen wird auf Dienste des Kompetenzzentrums für Lizenzierung (KfL) zurückgegriffen. Der Suchindex für das Fachportal EVIFA wird gemeinsam mit dem Kooperativen Bibliotheksverbund Berlin-Brandenburg (KOBV) aufgebaut und betreut. Der FID SKA ist Teil und Mitorganisator des 2020 ins Leben gerufenen Netzwerks Koloniale Kontexte.

Aufgabenfelder

Im Rahmen der DFG-Förderlinie "Fachinformationsdienste für die Wissenschaft" ist der FID SKA derzeit vor allem in folgenden Bereichen aktiv:

  • Erwerbung und Bereitstellung von Informationsressourcen entsprechend dem Sammlungsprofil.
    Der FID ist aber auch anderen Anschaffungswünschen aus der Forschung gegenüber offen, nutzen Sie dafür bitte das Bestellformular. Zusätzlich werden überregionale Lizenzen für elektronische Ressourcen (Zeitschriften/Journals, E-Books, Datenbanken) ausgehandelt. Details zu den Lizenzen und zur Registrierung finden Sie hier.
  • Forschungsdaten
    Ein weiterer Schwerpunkt ist die Begleitung der Diskussion zum Umgang mit Forschungsdaten und zum Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern sowie die Erarbeitung von Archivierungs- und Nachnutzungsmöglichkeiten qualitativer Daten am Forschungsdatenzentrum Qualiservice in Bremen. Dort werden auch Beratungsangebote für Forschende im praktischen Umgang mit der Datenarchivierung entwickelt.
  • Nachlässe
    Um Ressourcen für die Forschung sichtbarer zu machen, werden zudem in Deutschland vorhandene, aber unzureichend erfasste Vor- bzw. Nachlässe von Ethnolog*innen und Volkskundler*innen im Nachlassverzeichnis Kalliope verzeichnet.
  • Fachvokabular in der Gemeinsamen Normdatei (GND)
    In diesem Projektmodul werden die Möglichkeiten der Verschlagwortung ethnologischer Fachliteratur und Daten durch eine Überarbeitung und Ergänzung der Gemeinsamen Normdatei (GND) verbessert. Die Stärkung ethnologischer Termini in der GND – ein weit verbreitetes, nachhaltiges und technisch gut implementierbares Vokabular zur Verschlagwortung im deutschsprachigen Bibliotheksraum (und zunehmend auch im Museums- und Archivbereich) – ermöglicht eine bessere Sichtbarkeit der Fächer in den Nachweisinstrumenten und verbessert die Verknüpfbarkeit unterschiedlicher Datenbestände.

Digitalisierung

In gesondert geförderten Projekten (DFG-Förderlinie "Digitalisierung und Erschließung") beschäftigen wir uns mit der (Retro-)Digitalisierung fachspezifischer Literatur. Seit 2013 digitalisiert die UB der HU Berlin kontinuierlich deutschsprachige Kernzeitschriften der Sozial- und Kulturanthropologie sowie zunehmend auch Monografien aus ihren Sammlungen und stellt sie frei zugänglich ins Netz.

Fachportal EVIFA

EVIFA wird als zentrales Fachportal für die Suche nach ethnologischen Informationen und den Zugriff auf Lizenzen und Digitalisate aus unseren Digitalisierungsprojekten stetig weiterentwickelt. Neben den Rechercheinstrumenten finden Sie hier auch einen News-Bereich und Informationsmaterialien und gewinnen einen Überblick über die Aktivitäten des FID. Die Funktionalitäten – insbesondere die Datenbasis und der Suchkomfort – werden weiter verbessert und modernisiert.

Hintergrund

Der FID Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) im Rahmen der Förderlinie Fachinformationsdienste für die Wissenschaft projektförmig gefördert. Er wird seit Januar 2016 in der Nachfolge des ebenfalls DFG-finanzierten Sondersammelgebiets (SSG) Volks- und Völkerkunde an der Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität (UB der HU Berlin) betrieben – seit Januar 2019 in einer zweiten Förderphase, diesmal als Kooperation der UB der HU Berlin mit dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice der Universität Bremen (bis Ende 2021). Die Antragstellung für eine dritte Förderphase 2022-2024 ist in Vorbereitung.

Bereits im Rahmen des SSG Volks- und Völkerkunde wurde von 1998 bis 2015 deutschsprachige und internationale Literatur aus der Sozial- und Kulturanthropologie möglichst vollständig gesammelt und deutschlandweit via Fernleihe zur Verfügung gestellt. Zwischen 2003 und 2007 ist auch die virtuelle Fachbibliothek für die ethnologischen Fächer – EVIFA – aufgebaut worden, die bis heute betreut und weiterentwickelt wird.

Insbesondere der Altbestand aus der Akademie der Wissenschaften der DDR – deren Bibliothek bereits einen Sammlungsschwerpunkt Volkskunde betreut hatte – bietet eine sehr gute Grundlage für den Aufbau eines umfassenden ethnologischen Bestandes an der UB der Humboldt-Universität zu Berlin. Hinzu kommen der volks- und völkerkundliche Altbestand in der Zentralen UB selbst sowie der hervorragende Bestand der ehemaligen Zweigbibliothek Europäische Ethnologie der HU. Seit 2009 befinden sich diese Sammlungen im Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum in Berlin-Mitte.

Volks- und Völkerkunde wurden im SSG-System lange Zeit getrennt verwaltet, wobei die Volkskunde – fachhistorisch bedingt – der Germanistik zugeordnet war. Die getrennte Verwaltung entsprach der Situation der Fächer Europäische Ethnologie/Empirische Kulturwissenschaft/Kulturanthropologie und Ethnologie/Sozial- und Kulturanthropologie, die in Deutschland als getrennte Disziplinen mit eigenständigen Forschungstraditionen – eben der Volks- bzw. Völkerkunde – institutionalisiert und strukturell verankert sind. Gleichzeitig musste die Zuordnung auch internationaler Literatur eher willkürlich erfolgen, weil es hinsichtlich der methodischen und theoretischen Zugänge der beiden Fächer teils erhebliche Schnittmengen gibt. Daher wurden die SSGs 2004 zumindest in der Verwaltung und im Berichtswesen zusammengelegt; seither war das SSG Volks- und Völkerkunde für beide Fächer zuständig. Der FID Sozial- und Kulturanthropologie spiegelt diese Fächertraditionen in seinem Namen wider und betreut mit der Virtuellen Fachbibliothek Ethnologie EVIFA ein Portal mit Doppelzuständigkeit.