Sammlungsprofil

Was wir sammeln – inhaltliche Schwerpunkte, Sprachen und Formate

Inhaltliche 'Collection Policy'

Der Schwerpunkt unseres Sammlungsprofils liegt auf Veröffentlichungen aus den Disziplinen Sozial- und Kulturanthropologie/Ethnologie und Europäische Ethnologie/Volkskunde bzw. Empirische Kulturwissenschaft sowie deren internationalen Entsprechungen. Diese Veröffentlichungen werden umfassend erworben, um grundlegende Fachdiskurse verfügbar zu halten. Dazu gehören insbesondere die Bereiche

  • Theorien und Methoden
  • übergreifende kulturvergleichende Studien
  • Fächergeschichte und Wissenschaftsforschung zu den Disziplinen
  • Berufsfelder
  • fachspezifische Hochschuldidaktik

Für den Bereich „Theorien, Methodisches; Fachgeschichte“ (RVK-Bereiche LB 19000, 24000 – LB 33999) wird umfassend nationale wie internationale Literatur erworben. Zudem sammeln wir Dissertationen und Habilitationen deutscher Hochschulen, um den Forschungsstand zu dokumentieren und die Medien – im Gegensatz zur Deutschen Nationalbibliothek (DNB) – für die Fernleihe zur Verfügung stellen zu können. Sofern die Hochschulschriften elektronisch vorliegen, wird perspektivisch eine Veröffentlichung über den Dokumentenserver der Humboldt-Universität angestrebt. 

Regionsbezogene Literatur: Abgrenzung zu den regionalwissenschaftlichen FID

Daneben gehören regionale Forschungen zum Sammelschwerpunkt des FID, insbesondere sozial- und kulturanthropologische Arbeiten über den deutschsprachigen Raum (die für die Fernleihe/den überregionalen Zugriff zur Verfügung stehen müssen). Veröffentlichungen mit anderen regionalen Bezügen werden arbeitsteilig im jeweiligen regionalwissenschaftlichen FID (oder wie z.B. im Falle der Geschichtswissenschaften oder der Amerikanistik/Anglistik: Fach-FID) gesammelt. In Abgrenzung zu diesen regional oder fachbezogenen FID erwirbt der FID Sozial- und Kulturanthropologie nur solche Regionalstudien und ggf. Studien in den jeweiligen (nichtgängigen) Regionalsprachen, die für die übergreifende Fachdiskussion von grundlegender Bedeutung bzw. allgemeinem Interesse sind, insbesondere wenn sie an die oben genannten Bereiche anknüpfen. Entsprechende Absprachen wurden mit Vertreter*innen der regionalwissenschaftlichen FIDs getroffen. Ausnahmen können vorwiegend ethnologische Titel mit solchen regionalen Bezügen sein, die sich entweder keinem 'eigenen' regionalwissenschaftlichen FID zuordnen lassen oder für den Fall, dass  regionalwissenschaftliche FID keine ethnologische Literatur erwerben. Dies betrifft insbesondere Spanien und Portugal sowie die ethnologische Literatur zu Ozeanien und zu indigenen Gemeinschaften Nordamerikas. Hier würde der FID SKA auf Wunsch entsprechende spezialisierte regionenbezogene Literatur erwerben (bitte nutzen Sie hierfür das Bestellformular).

In Absprache mit dem FID Geschichtswissenschaft und den betroffenen regional orientierten FID ist zudem festgelegt worden, dass Literatur zur übergreifenden und in die Gegenwart hineinreichenden Migrationsgeschichte sowie zur Kolonialgeschichte – sofern es um Wechselbeziehungen in den Kolonien, den Alltag der indigenen Bevölkerungen und ethnologische Expeditionen und Forschungen im Kontext der Kolonialherrschaft geht – im FID Sozial- und Kulturanthropologie gesammelt und/oder zugänglich gemacht wird.

Einen Überblick über die anderen Fachinformationsdienste und Einstiegspunkte in deren Angebote finden Sie hier.

Sprachen

Neben der deutschsprachigen Literatur wird ein Schwerpunkt auf Werke in den zentralen Wissenschaftssprachen (englisch, französisch, spanisch) gelegt, weitere Sprachen werden ggf. im Falle von Anschaffungsvorschlägen berücksichtigt. Die Auswertung englischer und amerikanischer Nationalbibliografien steht dabei im Mittelpunkt. Zudem besteht ein Approvalplan für spanische und französische Literatur.

Zeitschriften

Mit dem Ziel, der wissenschaftlichen Community durch den FID einen Mehrwert zu verschaffen, konzentriert sich die Erwerbung von Zeitschriften auf in Deutschland seltene, maximal drei Mal vorhandene (laufende) Fachzeitschriften, vorzugsweise als Online-Ausgabe. Weiterhin abonniert werden auch solche Zeitschriftentitel, die in den vergangenen Jahren in der Fernleihe stark nachgefragt waren. Alle seltenen Abonnements werden – auch bei Nichtzustandekommen überregionaler Lizenzen – im FID weiter gehalten. Sofern vertraglich möglich, werden Bestellungen per elektronischer Fernleihe realisiert. Der FID wird sich in steter Rückkopplung mit dem Kompetenzzentrum Lizenzierung (KfL) um die Realisierung nationaler Zugänge bemühen. So unterstützt der FID den Zugriff auf ethnologische Zeitschriften des Verlags Berghahn indem er sich bei deren Open Access-Pledge über die Initiative Knowledge Unlatched beteiligt und bei Nichtzustandekommen eine FID-Lizenz mit dem Verlag abschließt.

FID-Lizenzen

Es wird angestrebt, in Deutschland bislang kaum verfügbare, hochpreisige Datenbanken als FID-Lizenzen über das Kompetenzzentrum für Lizenzierung (KfL) zur Verfügung zu stellen – sofern ein entsprechender Bedarf in der Community formuliert wurde. Die überregionalen elektronischen Ressourcen des FID werden – sofern es sich nicht um Open Access-Angebote oder eigene Retrodigitalisate handelt – über das Kompetenzzentrum für Lizenzierung (KfL) bereitgestellt. Für diese Ressourcen muss in den meisten Fällen eine Registrierung erfolgen. Mehr Informationen hierzu finden Sie hier.

Digitalisierung

Der Fachinformationsdienst engagiert sich im Bereich der so genannten Retrodigitalisierung ethnologischer Literatur, digitalisiert also gedruckt vorliegende Materialien um sie leichter (oder überhaupt erst) und kostenfrei zugänglich und nutzbar zu machen. Neben größer angelegten Projekten zur Digitalisierung, findet mitunter auch eine Digitalisierung von Einzeltiteln statt, z.B. auf Vorschlag der Autor*innen selbst. Für ältere Literatur des FID SKA, die gegenwärtig nicht Teil unser Digitalisierungsprojekte ist, können Sie den E-Book on Demand-Service (eod) der UB der HU Berlin nutzen.

Open Access

Auf dem EthnOA - Open Access-Publikationsserver werden digitale Ressourcen gespeichert, die nach einer qualitativen Prüfung durch das EVIFA-Redaktionsteam als wissenschaftlich relevant und von dauerhaftem Interesse bewertet wurden. Es handelt sich dabei bisher meist nicht um Erstveröffentlichungen, sondern um Publikationen, die bereits auf anderen Servern veröffentlicht wurden und von uns lediglich gespiegelt werden. Für die Speicherung bzw. Spiegelung dieser Dokumente wird eine Einwilligung sowohl der Autor*innen (Rechteinhabers) als auch (optional) des Serverbetreibers, der die Erstveröffentlichung zur Verfügung stellt, eingeholt. Die Autor*innen unterzeichnen eine Vereinbarung, in der sie der öffentlichen Zugänglichmachung unter einer Creative Commons License zustimmen.

Sammelprofil des früheren SSG

Das Sammlungsprofil bzw. der Sammelauftrag für das Sondersammelgebiets (SSG) Volks- und Völkerkunde (bis 2015) umfasste Veröffentlichungen allgemeinen, theoretisch oder methodisch grundlegenden Inhalts aus den Disziplinen Volkskunde und Völkerkunde sowie den in ihrer Tradition stehenden Fächer Ethnologie, Europäische Ethnologie, Empirische Kulturwissenschaft bzw. Sozial- und Kulturanthropologie sowie den anglo-amerikanischen Schwesterdisziplinen Social bzw. Cultural Anthropology bzw. deren internationalen Entsprechungen.

Dazu gehörten insbesondere Veröffentlichungen aus den Bereichen

  • Theorie und Methode
  • Kulturvergleichende Studien
  • Fächergeschichte
  • Berufskunde und Fachdidaktik
  • Veröffentlichungen der Völkerkunde-/Volkskunde-/Freilichtmuseen und museumsethnologische Fachdiskussion
  • Angewandte Ethnologie (auch Action Anthropology, Entwicklungs- und Organisationsethnologie)
  • Visuelle Anthropologie/volkskundliche Bildforschung
  • Ethnosoziologie/Ethnizitätsforschung
  • Ethnopsychologie/kognitive Anthropologie

sowie ethnologische Veröffentlichungen insbesondere in den Teilgebieten

  • Soziale Beziehungen/Gesellschaft
  • Wirtschaft
  • Politik
  • Recht
  • Religion
  • Musik
  • Kunst
  • Theater und Tanz
  • Sprache und Literatur
  • Materielle Kultur

Aus historischen Gründen gehörten außerdem zum SSG Veröffentlichungen über

  • Sinti und Roma (Kultur, Gesellschaft, Lebensweise)
  • Kolonialwesen.

Einen besonderen Sammelschwerpunkt bildeten ethnologische Arbeiten über Deutschland. Darüber hinaus wurden Veröffentlichungen mit regionalem Bezug im jeweiligen Regional-SSG gesammelt. Die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität hat im Rahmen des SSG Volks- und Völkerkunde jedoch auch solche Regionalstudien erworben, die für die Fachdiskussion von grundlegender Bedeutung bzw. allgemeinem Interesse sind. Veröffentlichungen zur Medical Anthropology und Ethnomedizin wurden gesammelt, wenn sie für die theoretische Debatte in den ethnologischen Arbeitsfeldern richtungsweisend sind.

Zu anderen Sondersammelgebieten gehörten