EthnOA

Das Projekt EthnOA – Open Access in den ethnologischen Fächern begleitet und fördert den bereits stattfindenden Wandel der Publikationskultur in den ethnologischen Fächern.

EthnOA

Das Projekt EthnOA – Open Access in den ethnologischen Fächern begleitet und fördert den bereits stattfindenden Wandel der Publikationskultur in den ethnologischen Fächern. Das Projekt unterstützt Open Access im Goldenen wie im Grünen Weg und schafft nachhaltige Strukturen für eine fortlaufende Auseinandersetzung mit den Möglichkeiten und Begrenzungen von Open Access in den Ethnologien.

Open Access – damit ist die kostenfreie öffentliche Bereitstellung von wissenschaftlichen Publikationen zur freien Nachnutzung gemeint – wird zunehmend zur vorherrschenden Publikationsform. In den Jahren 2019-2023 wurden laut Open Access Monitor knapp 63 Prozent der Zeitschriftenartikel aller Fächer in Deutschland in Open Access publiziert (Stand: November 2023). Institutionen wie die Deutsche Forschungsgemeinschaft oder der Wissenschaftsrat empfehlen nachdrücklich die Transformation hin zum Publizieren in Open Access.

Auch in den ethnologischen Fächern, dazu zählen u.a. die Sozial- und Kulturanthropologie, die Europäische Ethnologie und die Volkskunde, gibt es eine große Bereitschaft zum Publizieren in Open Access. Dabei gibt es viele Gründe, die gerade in den ethnologischen Fächern für Open Access sprechen: Open Access erhöht nicht nur die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit von Publikationen, es verbessert darüber hinaus den Zugang zu und die Teilhabe der ethnographisch befragten Menschen an den publizierten Materialien und befördert eine Dekolonisierung und Dehierarchisierung im Publikationsbetrieb selbst. Open Access erleichtert sowohl den Zugang zum publizierten Wissen als auch die Möglichkeit selbst zu publizieren und behält immer auch den wissenschaftlichen Nachwuchs im Blick.

Dennoch ist Open Access noch längst nicht Standard. Dies hat unterschiedliche Gründe: Fehlendes Wissen zu Open Access, Unsicherheit im Umgang mit rechtlichen Fragen oder offenen Lizenzen sowie fehlende oder unbekannte fachspezifische Infrastrukturen und Vernetzungsangebote erschweren es Wissenschaftler*innen aus den ethnologischen Fächern, ihre Forschung in frei zugänglichen und nachnutzbaren Formaten bereitzustellen.

EthnOA wird im Förderprogramm Infrastrukturen für wissenschaftliches Publizieren der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert. Projektlaufzeit: Oktober 2023 – September 2026

Projektziele

EthnOA verfolgt drei Projektziele:

  1. Den Auf- und Ausbau von Kompetenzen und Unterstützungsstrukturen für das Open-Access-Publizieren in den ethnologischen Fächern;
  2. die Open-Access-Transformation von drei ethnologischen Zeitschriften im Goldenen Weg;
  3. die Unterstützung von Wissenschaftler*innen bei der Zweitveröffentlichung ihrer Publikationen im Grünen Weg.

EthnOA begleitet Diskussionen, bietet Schulungen und Beratungen zum Thema Open Access an und baut ein Netzwerk auf, das die Fachgesellschaften und Zeitschriftenredaktionen bei der Transformation hin zu Open Access unterstützt. Das Projekt trägt damit zum Aufbau neuer, nachhaltiger und kritisch reflektierter Strukturen in den ethnologischen Fächern und ihren Institutionen bei.

Am Beispiel der Transformation von drei zentralen ethnologischen Zeitschriften – der Zeitschrift für Ethnologie/Journal for Social and Cultural Anthropology, ZfE/JSCA, der Zeitschrift für Empirische Kulturwissenschaft, ZEKW (ehemals Zeitschrift für Volkskunde, ZfVk), sowie der Curare – Zeitschrift für Medizinethnologie/Journal of Medical Anthropology – wird der Goldene Weg im Open Access Publizieren in Partnerschaft mit den jeweiligen Verlagen umgesetzt.

EthnOA fördert zudem die Zweitveröffentlichung ethnologischer Publikationen im Grünen Weg. Forschende werden bei der Wahrnehmung ihrer Zweitveröffentlichungsrechte unterstützt und für die Rechteabgabe im Rahmen von zukünftigen Publikationen sensibilisiert. EthnOA unterstützt Publikationen auf den entsprechenden institutionellen oder fachlichen Repositorien, wobei Publizierende, die nicht institutionell angebunden sind, über den EthnOA-Bereich des Publikationsservers der Humboldt-Universität zu Berlin publizieren können.

Projektpartner

Prof. Dr. Gabriele Alex, Leiterin der Abteilung Ethnologie am Asien-Orient-Institut, Eberhard-Karls-Universität Tübingen.

Matthias Harbeck, Leiter des Fachinformationsdienstes Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA), Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität zu Berlin.

PD Dr. Anne Dippel, Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Volkskunde (Empirische Kulturwissenschaft), Friedrich-Schiller-Universität Jena.

PD Dr. Ehler Voss, wissenschaftlicher Koordinator des Graduiertenkollegs Contradiction Studies – Konstellationen, Heuristiken und Konzepte des Widersprüchlichen, Universität Bremen.

Ansprechen

Mit Fragen wenden Sie sich bitte an:

Dr. Kathleen Heft
Koordinatorin EthnOA-Projekt

Tel.: +49 30 2093-99266
kathleen.heft[at]ub.hu-berlin.de

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Stand: Januar 2024