FID SKA auf der GNDCon

Der MusIS-Verbund der Staatlichen Museen Baden-Württemberg am BSZ organisierte mit dem FID SKA die Veranstaltung „Thesauri für die Ethnologie? Suche nach gemeinsamer Normdatenpraxis“ auf der GNDCon am 10. Juni 2021

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GNDCon-Ideenforum Ethnologie am Donnerstag 10.06.2021 von 11:30 - 13.00


Im Zuge des Ideenforums organisierten der MusIS-Verbund der Staatlichen Museen Baden-Württemberg am Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg (BSZ) und der Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA) unter dem Titel „Thesauri für die Ethnologie? Suche nach gemeinsamer Normdatenpraxis“ eine gemeinsame Veranstaltung auf der GNDCon mit knapp 40 Teilnehmenden.

Ziel war die Behandlung von inhaltlichen, ontologischen und organisatorischen Fragestellungen von gemeinsamen Fachthesauri für die Ethnologie und mögliche Kooperationen mit dem Wiki-Universum (Wikidata, Wikimedia, Wikipedia) und der Thesaurus-Software xTree des digiCULT-Verbundes, die zur Erstellung und Bearbeitung von kontrollierten Vokabularen genutzt werden kann. Inhaltlicher Ausgangspunkt waren die Ethnien in der Gemeinsamen Normdatei (GND) und im weiteren Verlauf der Umgang mit Ethnientermini in unterschiedlichen Systemen. Das Ideenforum richtete sich an Interessierte aus Museen, Bibliotheken und Archiven, die mit ethnologischen Beständen arbeiten und ein Interesse an Datenaustausch und Normdaten haben.                

Ausgehend von einer kurzen Übersicht der GND als solcher, wurden konkrete Datensätze vorgestellt, die Begriffe bzw. Bezeichnungen für Ethnien umfassen. Hier wurden unter anderem sowohl problematische Synonyme und Definitionen beispielsweise in Hinblick auf abwertende Termini vorgestellt sowie diskutiert, als auch Lösungsansätze angerissen.                                                                                                                                           

Im Anschluss wurde das Thesauruswerkzeug xTree vorgestellt, dass die kollektive Anreicherung und Pflege von Begriffen bzw. Bezeichnungen mit Quellen ermöglicht und die technische Basis für eine zukünftige Zusammenführung und Bearbeitung von verschiedenen Ethnienvokabularen beispielsweise aus Museen darstellt.                                             

Der letzte Vortrag beschäftigte sich schließlich mit der Anreicherung von Daten aus dem Wiki-Universum. Darin wurde vorgestellt, welche Zugänge und Chancen Wikidata bietet. In Hinblick auf Diversität und Vielstimmigkeit besteht die Möglichkeit, unterschiedliche Sichtweisen auf den gleichen Sachverhalt durch das Hinterlegen von unterschiedlichen Quellen zu ermöglichen. Dies wurde u. a. am Beispiel der Debatte über die Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt ausgeführt, könnte aber auch hinsichtlich der Frage nach Selbst- und Fremd- bzw. abweichenden Ethnienbezeichnungen genutzt werden. Das Datenmodell erlaubt es ebenfalls verschiedene Bezeichnungen über Zeitschnitte hinweg anzulegen. Das Designprinzip ermöglicht es also vielfältigen Wissenskulturen einen Raum zu geben. Änderungen sind schneller möglich, was jedoch wiederum auch Herausforderungen schafft.                                                                                                         

Ein zentrales Anliegen der Veranstaltung war es, die jeweiligen Vor- und Nachteile des Wiki-Universums und der GND darzustellen. Dies ließ anhand der Pole Offenheit und Kontrolle exemplarisch herausarbeiten. Die anschließende Diskussion drehte sich um Fragen danach, wie mögliche Vernetzungsprozesse organisiert werden können? Wer daran teilnehmen kann und wie? Welche weiteren Werkzeuge können wie eingesetzt werden (Cocoda)? Wie kann mit den Ident-Nummern bei den GND-Begriffen für Ethnien weitergearbeitet werden und inwiefern ist eine mögliche Rückspielung aus xTree in die GND möglich? Mitgenommen wurde, dass ein großes Potenzial bei Vernetzungen und Verknüpfungen mit Wikidata und der GND besteht. Diese Arbeit wird innerhalb der AG Thesauri im Rahmen des Netzwerks Koloniale Kontexte (https://www.evifa.de/de/ueber-uns/fid-projekte/netzwerk-koloniale-kontexte) in Zukunft fortgeführt.    

Kontakt

Moritz Strickert

moritz.strickert[ at ]ub.hu-berlin.de