Archivierung

Beratung, Begleitung, Kooperation – das Forschungsdatenzentrum Qualiservice

Ethnografisches Material ist in der Regel unikal und kann dokumentarischen Charakter haben. Deshalb sollten eine langfristige Archivierung, die auch Nachnutzungen ermöglicht, regelmäßig in Erwägung gezogen werden – auch wenn ein großer Teil des Materials aus rechtlichen Gründen und/oder ethischen Erwägungen nicht unbeschränkt öffentlich zugänglich gemacht werden kann.

Qualiservice

Im FID SKA arbeiten wir seit 2019 gemeinsam mit dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice an der Universität Bremen am Aufbau einer angemessenen Archivierungsumgebung. Dazu werden die bereits existierenden Infrastrukturen und Services, die Qualiservice vorrangig für Daten aus qualitativen Interviewstudien entwickelt hat, so erweitert, dass auch Material aus ethnografischer Forschung unter kontrollierten Bedingungen professionell archiviert und nachgenutzt werden kann.

Qualiservice ist eine wissenschaftliche Einrichtung, die aus sozialwissenschaftlichen Forschungsprojekten und Initiativen hervorgegangen ist, und mit Sozialwissenschaftler*innen und derzeit einer Ethnologin einschlägig ausgebildetes Fachpersonal beschäftigt. Qualiservice nutzt für seine Arbeit die technischen Infrastrukturen von Pangaea, einem umweltwissenschaftlichen Datenzentrum, das vom Alfred Wegener Institut, Helmholtz Zentrum für Polar- und Meeresforschung Center (AWI), und dem Zentrum für Marine Umweltwissenschaften (MARUM) an der Universität Bremen betrieben wird.

Bei Qualiservice archivierte Forschungsdaten sind in der Regel nicht frei im Netz einsehbar. Zugänglich und recherchierbar sind Metadaten, vergeben wird zudem ein persistenter Digital Object Identifier (DOI).

Einen – vorläufigen – Beispielmetadatensatz finden Sie hier: https://doi.pangaea.de/10.1594/PANGAEA.929747

Mit Blick auf die Nutzung archivierter Daten und Materialien bietet Qualiservice gestaffelte Zugänge an, in Abhängigkeit von der Sensibilität von Daten oder auch deren Anonymisierungsgrad. Dazu gehören sog. scientific use files, die nach Anmeldung über einen Link heruntergeladen werden können, aber auch Material, das ausschließlich im sog. safe room, also vor Ort im Datenarchiv, eingesehen werden kann. Der jeweilige Schutzstatus wird im Prozess der Übergabe von Material an Qualiservice gemeinsam mit der Forscherin festgelegt.

Qualiservice berät Forschende bereits während der Antragstellung und unterstützt sie dabei, ihre Daten für die Archivierung vorzubereiten. Thematisiert werden dabei etwa Fragen der Auswahl geeigneten Materials, der Kontextualisierung von Daten oder der Anonymisierung. Auf den Webseiten von Qualiservice finden Sie zahlreiche Hinweise und Handreichungen zu den Services und Verfahren, auch werden regelmäßig Workshops für Forschende angeboten.

Die Archivierung von Forschungsmaterial bei Qualiservice ist nicht kostenfrei. Finanzielle Mittel können bzw. sollten in der Regel bei Drittmittelanträgen mitbeantragt werden.

Wenn Sie die Archivierung von Forschungsmaterialien planen, empfehlen wir eine möglichst frühzeitige Kontaktaufnahme mit dem Forschungsdatenzentrum Qualiservice.

Repositorien finden

Institutionelle Datenrepositorien, etwa von Universitäten, sind für die Archivierung ethnografischen Materials häufig weniger geeignet, weil sie Open-Access-Strategien verfolgen und lediglich Embargos für wenige Jahre ermöglichen, oder weil für notwendige technische Infrastrukturen, Betreuungsleistungen und Datenkuration die Ressourcen fehlen. Gleichwohl gibt es vor allem im internationalen Zusammenhang generische wie spezifische Datenrepositorien, die sich womöglich für eine Archivierung Ihres Materials eignen.

Eine weltweite Suche nach Repositorien für Forschungsdaten ermöglicht zum Beispiel der Dienst 'Registry of Research Data Repositories re3data.org' mit derzeit rund 2.000 Einträgen.