Troubling Gender Conference

17. Arbeitstagung der Kommission Frauen- und Geschlechterforschung mit dem Thema "Troubling Gender: Neue geschlechterpolitische Turbulenzen in Europa", 09.-10. April 2021

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Zusammenfassung

Beschreibung

Troubling Gender: Neue geschlechterpolitische Turbulenzen in Europa

09.-10.04.2021, online (organisiert vom Institut für Kulturanthropologie/Europäische Ethnologie der Universität Göttingen)

17. Arbeitstagung der Kommission Frauen- und Geschlechterforschung in der Deutschen Gesellschaft für Volkskunde (dgv) in Kooperation mit der Kommission Europäisierung_Globalisierung: Ethnographien des Politischen

In ganz Europa sind gegenwärtig Politiken rum um Geschlecht und Sexualität höchst virulent. Dabei steht eine ganze Bandbreite von Themen erneut zur Debatte. So gibt es in Polen, Ungarn oder Kroatien Versuche, das Recht auf Abtreibung zu beschneiden bzw. gänzlich aufzuheben; in Ungarn und Bulgarien wird Geschlechterforschung als Studienfach verboten und in Österreich werden Gelder für genderpolitische Projekte massiv gekürzt. In Frankreich und Italien werden Homosexuellenrechte durch rechtspopulistische Bewegungen in Frage gestellt, in Polen stark beschnitten und zugleich „LGBT-freie Zonen" ausgerufen. Auch in der deutschen Politik gewinnen nicht erst mit dem Einzug der AfD antifeministische Diskurse an Fahrt, die Erfolge der Geschlechterdemokratie sowie die errungene Liberalisierung der Geschlechterverhältnisse und sexuellen Praktiken als Bedrohung stilisieren. Zugleich werden aus Gleichstellungsargumenten einwanderungskritische Positionen abgeleitet, Gender-Argumente als Marker für Modernität und Differenzziehung in Stellung gebracht, in westlichen Staaten ebenso wie in den postsozialistischen Transformationsgesellschaften.

Gender scheint in diesem Sinne ein Kaleidoskop darzustellen, durch das hindurch sich weitreichende soziale, ökonomische, kulturelle und politische Transformationen und Verwerfungen studieren lassen. Zeit für die Geschlechterforschung, sich aufbauend auf empirischen, ethnographischen Befunden mit diesen Transformationen, ihren Ambiguitäten und Fallstricken auseinander zu setzen, die nur allzu oft auch eigene Paradigmen erneut in Frage stellen.

Dabei will die Tagung in verschiedenen Formaten – Expertinnenrunden, Panels und Workshops – nicht nur einen Austausch zwischen den Disziplinen, sondern auch zwischen Wissenschaftler:innen und Aktivist:innen aus West- und Osteuropa ermöglichen

Die Tagung findet zweisprachig (englisch/deutsch) als online Konferenz mit Raum für Diskussion statt.
Die Anmeldung wird um den 15.3.2021 herum auf der Homepage freigeschaltet: https://troubling-gender.eu/

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