Wie lassen sich koloniale Kontexte in Bibliotheken erschließen und vermitteln? Ein neuer Leitfaden gibt dafür konkrete Handreichungen. Er richtet sich an Fachkräfte in Bibliotheken sowie an alle, die sich mit der Aufarbeitung kolonialer Sammlungsgeschichten beschäftigen.
Der Leitfaden behandelt fünf Handlungsfelder:
- Reflexion und Strategie: Aufmerksamkeit schaffen, Verantwortung anerkennen, Handlungskonzepte entwickeln
- Provenienzforschung: Herkunftsgeschichten von Objekten nachzeichnen
- Bestandspräsentation: Koloniale Narrative in Ausstellungen und Vermittlung reflektiert darstellen
- Erwerbung: Kritische Reflexion von Erwerbungspraktiken und -kriterien
- Metadaten: Bestandsdaten überprüfen, kontextualisieren und anreichern
Jedes Kapitel erläutert den Forschungsstand, zeigt praktische Umsetzungsbeispiele und verweist auf weiterführende Ressourcen. Er versteht sich als „living document", das im Austausch mit der Fachcommunity kontinuierlich weiterentwickelt werden soll.
Hintergrund
Entstanden ist der Leitfaden in enger Zusammenarbeit zahlreicher Kolleg*innen aus Bibliotheken und Wissenschaft, darunter auch mehrere Mitarbeitende des Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie (FID SKA), der Staatsbibliothek zu Berlin, der Monacensia u.v.m. Herausgegeben wird er vom Deutscher Bibliotheksverband e.V. (dbv) und der Vereinigung Österreichischer Bibliothekarinnen und Bibliothekare (VÖB).