Forschungsdaten-management

Open Data, Open Science. Lesen Sie hier über die Arbeiten des FID zum Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern.

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Im Rahmen des Fachinformationsdienstes (FID) „Sozial- und Kulturanthropologie“ hat die DFG auch im Fortsetzungsantrag für die Jahre 2019-2021 ein Teilprojekt zum Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern bewilligt. Nachdem in der ersten Förderphase der Umgang mit Forschungsdaten sowie die Einstellungen zu und Erfahrungen mit dem Thema Forschungsdatenmanagement erhoben wurden, um schließlich im Austausch mit Kolleg_innen einen Workflow der forschungsbegleitenden Datensicherung zu entwickeln und zu erproben, wird das Thema in der jetzt beginnenden zweiten Förderphase in zwei Arbeitsgebieten vorangetrieben:

1. Die Diskussion in den Fächern wird weiter begleitet und unterstützt, damit die ethnologischen Fächer und ihre Fachgesellschaften sich gegenüber der Wissenschafts- und Förderpolitik positionieren, aber auch untereinander und mit Kooperationspartnerinnen und -partnern über Entwicklungen verständigen können. Dieser Prozess wird vom Standort Berlin betreut und vorangetrieben.

2. Den ethnologischen Fächern soll beim Datenservicezentrum Qualiservice an der Universität Bremen ein ethnologischer Bereich für die Archivierung und ggf. Bereitstellung zur Nachnutzung von Forschungsdaten aus vorrangig qualitativ-ethnographisch arbeitenden Forschungsprojekten eingerichtet werden. Damit verbunden ist ein aufzubauendes Beratungs- und Schulungsangebot für ethnologisch Forschende sowie (zumindest in Teilen) ethnographisch arbeitende Projekte. Dieses Angebot wird vom Standort Bremen betreut und vorangetrieben.

 

Mit „Open Science“ ist das Anliegen verbunden, nicht nur auswertende Publikationen, sondern auch Forschungsmaterialien über das Internet zugänglich zu machen. Vor diesem Hintergrund wird unter dem Begriff „Research Data Management“ seit einiger Zeit die Definition eines Rahmens diskutiert, der die Veröffentlichung und den möglichst freien Austausch von Forschungsdaten ermöglicht. Ziel ist die Etablierung einer nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur, die es Wissenschaftler_innen erlaubt, ihre Daten in vertrauenswürdigen Repositorien dauerhaft zu speichern – nicht zuletzt, weil genau das zunehmend auch von Forschungsförderern gefordert wird. (vgl. z.B. DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten, Guidelines on Data Management in Horizon 2020)

 

Mit der weiteren Förderung des FID bietet sich die Möglichkeit, die Diskussion um fachspezifische Implikationen des Forschungsdatenmanagements fortzuführen sowie die Anforderungen beispielsweise an die im Aufbau befindliche Nationale Forschungsdateninfrastruktur mit der Forschung auszuarbeiten. Darüberhinaus können die erarbeiteten  Anforderungen an eine Forschungsdateninfrastruktur für die deutschsprachigen ethnologischen Fächer in Zusammenarbeit mit Qualiservice in der Praxis umgesetzt, erprobt und angepasst werden. Neben der Kooperation mit einzelnen Forschungsprojekten werden Workshops an der Universitätsbibliothek der HU Berlin sowie an der Universität Bremen und Beiträge zu Fachtagungen dazu Gelegenheit geben.

 

Eine Umfrage im Herbst 2016 eruierte zudem erstmals systematisch die Vielfalt derzeit genutzter digitaler Datenformen und -formate sowie den Bestand an bereits vorhandenen technischen, semantischen und institutionellen Lösungen für Data-Sharing und Langzeitarchivierung in den ethnologischen Fächern. Sie erob auch den Bedarf und die fachspezifischen Ansprüche an Forschungsdatenmanagement sowie die Bedingungen für die Überführung ethnografischer Materialien in digitale Langzeitarchive. Auf diesem Weg soll bei der Konzeption und dem künftigen Aufbau von Infrastrukturen ein möglichst breites Spektrum an Bedürfnissen, Erwartungen und Expertisen berücksichtigt werden. Nicht zuletzt geht es perspektivisch auch um die Entwicklung fachspezifischer Richtlinien zum Umgang mit Forschungsdaten, wie etwa Standards der Auswahl und Aufbereitung und Verzeichnung sowie Regeln für einen adäquaten qualifizierten Zugang zu Daten. Die Umfrage zielte deshalb besonders darauf, Anforderungen an solche Dateninfrastrukturen auszuloten, die den Besonderheiten ethnografischer Praxis Rechnung tragen und Aspekte wie Kontextgebundenheit und kritische Selbstreflexion, aber auch Datenschutz und Anonymisierung angemessen berücksichtigen.

 

Workshop zu rechtlichen Fragen zum Umgang mit Forschungsdaten in den Ethnologien, 24.11.2017

Programm zum Workshop

Vom Interview zum Datenrepositorium: Datenschutzgesichtspunkte - Ulrike Klöppel

Urheberrechte an Forschungsdaten - Linda Kuschel

Rechtemanagement für Forschungsdaten - Praxisbeispiele - Wjatscheslaw Sterzer

 

Publikationen

Bericht zur Umfrage "Open Data. Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern" Teil 1: Statistiken 

Sabine Imeri (2017): „Open Data? Zum Umgang mit Forschungsdaten in den ethnologischen Fächern“, in: Kratzke, Jonas und Heuveline, Vincent (Hrsg.): E-Science-Tage 2017: Forschungsdaten managen, Heidelberg: heiBOOKS, 2017.
http://doi.org/10.11588/heibooks.285.377

Sabine Imeri, Wjatscheslaw Sterzer, Matthias Harbeck (2018): Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern. Bericht aus dem Fachinformationsdienst Sozial- und Kulturanthropologie. In: Zeitschrift für Volkskunde (Heft 1/ 2018)

Matthias Harbeck, Sabine Imeri, Wjatscheslaw Sterzer (2018): Feldnotizen und Videomitschnitte. Zum Forschungsdatenmanagement qualitativer Daten am Beispiel der ethnologischen Fächer. In: o-bib, Schwerpunktheft Forschungsdaten (Heft 2/2018)
https://doi.org/10.5282/o-bib/2018H2S123-141

Sabine Imeri (2018): Archivierung und Verantwortung. Zum Stand der Debatte über den Umgang mit Forschungsdaten in den ethnologischen Fächern. In: Betina Hollstein und Jörg Strübing (Hrsg.) (2018): Archivierung und Zugang zu Qualitativen Daten. RatSWD Working Paper 267/2018. Berlin, 69-79. https://doi.org/10.17620/02671.35

Sabine Imeri (2018): Ordnen, archivieren, teilen. Forschungsdaten in den ethnologischen Fächern. In: Österreichische Zeitschrift für Volkskunde (LXXII/121, Heft 2/ 2018), 213–243.

 

Präsentationen

Poster Qualitative Forschungsdaten zur 18. DINI Jahrestagung

Poster International Open Access Week 2017 "Qualitative Forschungsdaten aus den ethnologischen Fächern" 

 

AnsprechpartnerIn

Standort Berlin:

Dr. des. Sabine Imeri, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschungsdatenmanagement
sabine.imeri.1(at)ub.hu-berlin.de

Ehemalige Mitarbeiter:

Wjatscheslaw Sterzer (MA), wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Forschungsdatenmanagement
wjatscheslaw.sterzer.1(at)ub.hu-berlin.de 

Standort Bremen:

Susanne Kretzer, MA, wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Qualiservice
skretzer(at)uni-bremen.de

Weiterführende Links

Einen guten Einstieg in das Thema bieten die Webseiten der AG Forschungsdatenmanagement der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) und nestor - Deutsches Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung:

http://www.forschungsdaten.org/index.php/AG_Forschungsdaten

und die Informationsplattform forschungsdaten.info aus Baden-Württemberg:

https://www.forschungsdaten.info/