Ort und Prozess. Verhandlungen von Erbe vom urbanen bis zum ländlichen Raum

Die Tagung „Ort und Prozess. Verhandlungen von Erbe vom urbanen bis zum ländlichen Raum“ befragt Ortsentwicklungen als Aus- und Verhandlungsprozesse, die ein örtliches Selbstverständnis mitkonstituieren. CfPapers: Bewerbungsschluss 15.11.2019 CfPosters (für Nachwuchswissenschaftler_innen): Bewerbungsschluss 15.02.2020

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Zusammenfassung

Beschreibung

„Urban Heritage“ umfasst die materiellen Überlieferungen und immateriellen Zuschreibungen in einem Siedlungsraum und konstituiert sich in Bewertungs-, Aushandlungs- und Selektionsprozessen immer wieder neu. Diese „Erbe-Verhandlungen“ sind eng mit Entwicklungs- und Planungsprozessen verbunden. Akteure aus Politik, Verwaltung, der Denkmalpflege, aus Bürgerschaft und Betroffenenkreisen, Interessensgruppen, Institutionen und Wirtschaft diskutieren und bestimmen, wie mit dem Baubestand umgegangen wird. Welche Werte werden historischen Baustrukturen zugeschrieben und in welchen Formen sollen diese weiterhin zur Verfügung stehen?

Die Tagung „Ort und Prozess. Verhandlungen von Erbe vom urbanen bis zum ländlichen Raum“ befragt Ortsentwicklungen als Aus- und Verhandlungsprozesse, die ein örtliches Selbstverständnis mitkonstituieren. Der Prozess der Verhandlung eben dieses Erbes wird in den Mittelpunkt der Betrachtung gestellt: Darunter fallen z. B. Formen von Wertsetzungen, Argumentationsstrategien, Interaktionsmuster und formelle wie informelle Umsetzungsinstrumente, die den Umgang mit den gebauten, strukturellen und auch immateriellen Werten vor Ort beeinflussen. Diese Prozesse verlaufen selten einvernehmlich oder geradlinig.

Gesucht werden Beiträge, an denen die Prozesshaftigkeit der Diskussion um Erbe im städtebaulichen Zusammenhang in aktueller wie historischer Perspektive verortet werden können. Die Tagung fokussiert somit weniger auf die Ergebnisse der Verhandlungen um materielles Erbe, sondern untersucht deren Rahmenbedingungen durch theoretische Annäherungen und konkrete Ortsanalysen, um auf diese Weise eine stadt- und raumbezogenen Erbetheorie vorzubereiten.
Ortsentwicklungsprozessen wird so ein eigener Stellenwert als Analysekategorie zugeschrieben – gerade auch deswegen, weil Prozesse selbst Bedeutung generieren.

In Orten, in denen gesellschaftlicher Konsens darüber existiert, was als Erbe angesehen wird, scheint ein schonender und reflektierter Umgang mit eben diesem Erbe auch in der Ortsentwicklung vergleichsweise üblich zu sein. Ziele der Entwicklung und der Erhaltung werden dort möglichst miteinander abgeglichen. Aber auch neu erkannte städtebauliche und stadträumliche Wertigkeiten und Veränderungsdruck können Aushandlungsprozesse einleiten, in denen Personen und Gruppen vor Ort versuchen, auf ortsplanerische Entscheidungen Einfluss zu nehmen und verschiedene Interessen auszuloten, gemeinschaftlich oder konkurrierend. Zwischen Dienst nach Vorschrift, Governance, Engagement und Widerstand fragt die Tagung danach, welche Praktiken und Prozesse bauliche oder ideelle Kontinuitäten erzeugen oder mit diesen brechen und inwieweit sie steuerbar sind.

Leitfragen:

- Welche Akteure führ(t)en welche Verhandlungen um Erbe innerhalb eines Ortes?
- Wie entwickel(te)n und veränder(te)n sich diese Verhandlungsprozesse? Wodurch wurden sie beeinflusst?
- Wie wirk(t)en sich Verhandlungsprozesse auf den Ort aus?
- Inwiefern kann eine Prozessperspektive Überlegungen zu städtischem Wertewandel und Werteerhalt informieren?

Organisiert wird die Tagung maßgeblich über den Arbeitsbereich Denkmalpflege des Kompetenzzentrums für Denkmalwissenschaften und Denkmaltechnologien (KDWT) der Otto-Friedrich-Universität Bamberg. Sie findet im Rahmen des Kooperationsprojekts „Kommunales Denkmalkonzept Bayern (KDK)“ des KDWT und des Bayerischen Landesamts für Denkmalpflege (BLfD) statt.

Willkommen sind Beiträge zu allen skizzierten Bereichen und Themen, die einen aktiven Austausch zwischen den Teilnehmenden unterschiedlicher Disziplinen (Denkmalpflege, Ortserneuerung, Stadt- und Regionalplanung, Kunst- und Kulturwissenschaften, (Stadt-)Soziologie, (Stadt-)Geografie, Architektur- und Stadtgeschichte, europäische und außereuropäische Ethnologie sowie zwischen Theorie und Praxis anregen.

Tagungsort ist Bamberg. Tagungssprache ist Deutsch; englischsprachige Beiträge sind willkommen. Beiträge sollten eine Länge von 25 Minuten nicht überschreiten. Bitte senden Sie Ihre Beiträge in Form von aussagefähigen Abstracts (nicht mehr als 300 Wörter) mit einer kurzen Einordnung ins Tagungsthema sowie ein kurzes CV spätestens bis zum 15. November 2019 als PDF an denkmalpflege.kdwt[at]uni-bamberg.de.

Die Teilnehmenden werden vsl. bis zum 15. Dezember 2019 über die Aufnahme in das Tagungsprogramm informiert.

Es ist geplant, die Ergebnisse der Tagung zu veröffentlichen. Spezifikationen dazu folgen.

Den Vortragenden wird eine Pauschale (Reisekosten/Übernachtungskosten/Honorar) gezahlt
werden.

Call for Posters

Ergänzend zur Tagung „Ort und Prozess. Verhandlungen von Erbe vom urbanen bis zum ländlichen Raum“ ist eine Poster Session zu demselben Thema vorgesehen.

Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler wie auch Planerinnen und Planer sind aufgefordert, sich über den Call for Posters um einen Platz zu bewerben. Einzureichen sind auch hier ein aussagefähiges Abstract (nicht mehr als 250 Wörter) mit einer kurzen Einordnung ins Tagungsthema sowie ein kurzes CV. Die Einreichung sollte bis zum 15. Februar 2020 als PDF an denkmalpflege.kdwt[at]uni-bamberg.de erfolgen. Über die ausgewählten Poster wird bis zum 15. März informiert. Gefragt sind Poster der Größe DIN A0. Da die Poster gesammelt über die Hausdruckerei der Universität Bamberg ausgedruckt werden, sollten sie bis zum 06. Mai ebenfalls als PDF an denkmalpflege.kdwt[at]uni.bamberg.de gesendet werden. Die Teilnehmenden sind gebeten, am 14. Mai persönlich anwesend zu sein, um nach dem vorgesehenen Abendvortrag zur Präsentation der Poster und für Rückfragen zur Verfügung zu stehen.

Kontakt

Nähere Informationen

Lisa Marie Selitz

denkmalpflege.kdwt[ at ]uni-bamberg.de

Dokumente senden an

denkmalpflege.kdwt[ at ]uni-bamberg.de