Call for Papers der Zeitschrift GENDER Antifeministische Mobilisierungen: Erscheinungsformen, Erklärungsversuche und Gegenstrategien (Sonderheft 2021)

Der Call for Papers lädt zu gendertheoretischen und feministischen Analysen aus unterschiedlichen (inter-)disziplinären Perspektiven ein (z. B. Literatur- und Medienwissenschaft, Politikwissenschaft, Bildungswissenschaften, Zeitgeschichte oder Philosophie). Erwünscht sind auch Beiträge zu Chancen und Grenzen emanzipatorischer und demokratischer Gegenstrategien gegen diese Entwicklungen.

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Zusammenfassung

Beschreibung

Seit der Jahrtausendwende nehmen Diskurse und Mobilisierungen gegen die kritische Thematisierungvon Geschlecht(erverhältnissen) und geschlechtliche Selbstbestimmung zu. Diese Strategien zielen auf eine (Re-)Naturalisierung von Geschlecht: traditionelle Vorstellungen von Weiblichkeit, Männlichkeit und Familie sowie die Skandalisierung vermeintlicher Gefährdungen der gesellschaftlichen Ordnung sind dabei zentral. Die emotional aufgeladene Rhetorik gegen eine angebliche ‚Gender-Ideologie‘ bietet dabei diskursive Anschlüsse für Rassismen und Ideologien zur Legitimierung von Ungleichheit. Sie ermöglicht Bündnisse zwischen der extremen Rechten, christlich-fundamentalistischen Kreisen und Männerrechtlern. Über gezielte Kampagnen und Mobilisierungsstrategien sowie die (transnationalen) Vernetzungen dieser Akteur*innengruppen ist bereits einiges bekannt. Forschungsbedarf besteht hingegen in folgenden Bereichen: 1. zu Erscheinungsformen des Phänomens in verschiedenen Praxisfeldern, medialen Arenen und in ländervergleichender Perspektive; 2. in Bezug auf Erklärungen für das Erstarken dieser Mobilisierungen sowie ihre gesellschaftliche Bedeutung und 3. bezüglich geeigneter Gegenstrategien. Gefragt wird, wie das Phänomen begrifflich zu fassen ist, wie sich die Zunahme entsprechender Mobilisierungen und Diskurse erklären lässt und welche Schlüsse sich daraus im Hinblick auf den Wandel von Geschlechterverhältnissen sowie die Grenzen und Möglichkeiten von Geschlechterpolitiken ziehen lassen. Vor dem Hintergrund welcher Kontextbedingungen entfalten diese Mobilisierungen und Diskurse subjektive und kollektive Relevanz? Welche inneren Widersprüche weisen sie auf, z. B. bei Versuchen zur Instrumentalisierung frauenpolitischer Errungenschaften? Welche Forderungen und Konflikte werden dabei sichtbar, welche verdeckt? Welche Wechselwirkungen bestehen mit anderen intersektionalen Dynamiken in den Geschlechterverhältnissen?

Mögliche Themen und Fragestellungen im Einzelnen
•Konstruktionen von Bedrohungsszenarien rund um ‚Gender’ und sexuelle Vielfalt und deren Verbindungen zu rechtspopulistischen, rassistischen, antisemitischen und verschwörungstheoretischen Diskursen
•Analysen zu Öffentlichkeiten für ‚anti-genderistische‘ Diskurse und Brückendiskurse
•Analysen der Emotionalisierung geschlechterpolitischer Debatten
•Sozialpsychologische, subjekttheoretische oder ethnografische Analysen der subjektiven oder kollektiven ‚Resonanzböden’ für diese Deutungen
•Relevanz des Phänomens für den Wandel der Geschlechterverhältnisse unter Berücksichtigung aktueller feministischer Zeitdiagnosen (z. B. Neopatriarchat, Postpatriarchat, Postfeminismus)
•Gegenstrategien, z. B. im Rahmen von politischen Debatten und Maßnahmen, Bildungsangeboten oder rechtlichen Interventionen

Verfahren und Zeitplanung
Wir bitten um die Einreichung eines ein- bis zweiseitigen Abstracts bis zum 2. Juni 2019. Die Redaktion arbeitet mit dem Online-Redaktionssystem OJS. Daher bitten wir Sie, sich auf www.budrich-journals.de/index.php/gender als Autorin oder Autor für die Zeitschrift GENDER anzumelden und Ihr Abstract dort einzureichen und hochzuladen. Die Einladung zur Beitragseinreichung erfolgt im Falle einer positiven Einschätzung bis zum 17. Juni 2019. Der Abgabetermin des fertigen Beitrags im Umfang von max. 50.000 Zeichen ist der 16. Dezember 2019. Alle eingereichten Beiträge durchlaufen ein mehrstufiges Review-Verfahren, auf dessen Grundlage die endgültige Auswahl der Beiträge getroffen wird; dabei sind Hinweise zur Überarbeitung eher die Regel als die Ausnahme. Diese werden den Autor_innen von den Herausgeberinnen zurückgemeldet. Im Falle einer hohen Anzahl von positiv begutachteten Beiträgen behält sich die Redaktion vor, eine abschließende Auswahl vorzunehmen und ggf. Beiträge in einer späteren Ausgabe zu veröffentlichen.

Über GENDER. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft

Das Spektrum der Zeitschrift umfasst gesellschaftliche und kulturelle Themen – sozialpolitische Fragen zu Gleichheit und Gerechtigkeit haben ebenso Platz wie Fragen nach den Inszenierungen und kulturellen Deutungen von Geschlecht. Intendiert ist ein breites Spektrum von Themen und wissenschaftlichen Disziplinen, in denen Geschlechterfragen reflektiert werden. Dem multidisziplinären Charakter der Zeitschrift entsprechend sind sozialwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche, naturwissenschaftliche und andere Analysen willkommen. Die Zeitschrift erscheint dreimal jährlich jeweils mit einem thematischen Schwerpunkt. Beiträge für den offenen Teil der Zeitschrift sind – unabhängig vom jeweiligen Schwerpunktthema – jederzeit herzlich willkommen!


Haben Sie noch Fragen?
Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an die Herausgeberinnen des Sonderheftes
Denise Bergold-Caldwell (bergoldc@staff.uni-marburg.de), Prof. Dr. Sabine Grenz (sabine.grenz@univie.ac.at), Dr. Barbara Grubner (grubner@staff.uni-marburg.de), Prof. Dr. Annette Henninger (annette.henninger@staff.uni-marburg.de), Dr. Helga Krüger-Kirn (helga_kirn@hotmail.com), Prof. Dr. Susanne Maurer (maurer@staff.uni-marburg.de), PD Dr. Marion Näser-Lather (naeserm@staff.uni-marburg.de). Die Autor_innenhinweise zur Erstellung von Manuskripten und zum Online-Redaktionssystem OJS finden Sie unter www.gender-zeitschrift.de/index.php?id=manuskripte.

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