Beiträge zu „Demokratie und TA. Praktische Probleme und konzeptionelle Konsequenzen“

Single post Call for Abstracts: Beiträge zu „Demokratie und TA. Praktische Probleme und konzeptionelle Konsequenzen“ für das TATuP-Thema in Heft 3/2020 Die Zeitschrift für Technikfolgenabschätzung in Theorie und Praxis (TATuP) lädt Beiträge für das Heft 3/2020 zum Thema „Demokratie und TA. Praktische Probleme und konzeptionelle Konsequenzen“ ein. Herausgeber dieses TATuP-Themas sind Armin Grunwald (ITAS, KIT) und Thomas Saretzki (Univ. Lüneburg).

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Zusammenfassung

Beschreibung

Die Technikfolgenabschätzung (TA) ist vor über 50 Jahren zur Unterstützung demokratischer Meinungsbildung und Entscheidungsfindung entstanden. Das Bild einer von „technischen Sachzwängen“ bestimmten gesellschaftlichen Entwicklung sollte durch die wissenschaftlich reflektierte Analyse der Voraussetzungen, Konfliktfelder und Folgen von Technisierungsprozessen überwunden werden. An die Stelle einer vermeintlich „alternativlosen“ Politik sollte das Aufzeigen von unterschiedlichen Handlungsoptionen treten, über die in demokratischen Prozessen beraten und entschieden werden kann. TA hat sich seitdem in demokratisch verfassten Gesellschaften entwickelt und diversifiziert, vor allem in Richtung Partizipation und Inklusion. Vier Entwicklungen geben Anlass, das Verhältnis von Demokratie und TA in die Mitte des TATuP-Themas zu stellen:

  • Weltweit ist die Abschätzung von Technikfolgen auch für Länder relevant, deren Traditionen und Staatsformen von westlich-demokratischen Idealen weit entfernt sind;
  • in fast allen westlichen Ländern finden populistische Strömungen und autoritäre Politiker teils erheblichen Zulauf, so dass vielfach von einer Krise der westlichen Demokratie gesprochen wird;
  • die Digitalisierung ermöglicht neue Kommunikations- und Mobilisierungsmuster weitab von den klassischen Formen demokratischer Meinungs- und Willensbildung;
  • auf lokaler bzw. nationaler Ebene werden basisdemokratische und partizipative Verhandlungen für die Akzeptanz von neuen oder veraltenden Technologien immer relevanter. Dies steht in einem Spannungsverhältnis zu den Versuchen demokratischer Legitimierung von globalen Verhandlungsmechanismen und -institutionen für globale Technikfolgen.

Erwartete Beiträge
Die klassischen Formen politikberatender und partizipativer TA stoßen hier an Grenzen. Vor diesem Hintergrund laden wir sowohl zu konzeptionell-theoretischen Analysen der aktuellen Lage im Verhältnis von Demokratie und TA als auch zu empirischen Fallstudien in diesem Feld ein. In beiden Kategorien sollten Perspektiven für die weitere Entwicklung der TA aufgezeigt werden. Die Beiträge sollten sich einem oder mehreren der folgenden Themen widmen:

  • Wie zentral ist der Demokratiebezug für TA: unverzichtbar, diskutierbar oder akzidentiell? Welche Zwischentöne lassen sich identifizieren? Wie pragmatisch darf bzw. muss TA in dieser Frage sein?
  • Wie steht TA zur Bedrohung westlicher Demokratiemodelle ‚von innen‘, die durch populistische Provokationen oder im Rahmen demokratischer Wahlen entstehen? Ist TA Beobachterin, Vermittlerin oder muss sie Partei ergreifen?
  • Wie kann TA tendenziell oder zumindest möglicherweise demokratiegefährdende oder -erschwerende Technologie bzw. ihre Nutzungsoptionen bewerten und mitgestalten, wie sie z. B. zurzeit im Feld der Digitalisierung und Künstlichen Intelligenz diskutiert werden?
  • Wie geht TA im Zuge ihrer eigenen Globalisierung mit Konzepten von TA um, die in nichtdemokratischen Staaten entstehen? Was bedeuten extrem unterschiedliche Regierungsformen zwischen deliberativer Demokratie und autoritären Diktaturen für global agierende TA und die westliche TA-Community? Welche analytischen oder handlungspraktischen Berührungspunkte gibt es zwischen letzteren?

Einreichungen
Bitte senden Sie Ihr Abstract unter Bezugnahme auf o. g. Themenbeschreibung und Fragestellungen bis spätestens 28. Februar 2020 per E-Mail und beachten Sie dabei folgende Punkte:

  • 3.000 Zeichen inkl. Leerzeichen;
  • die Redaktion führt die Korrespondenz mit derjenigen Autorin/demjenigen Autor, die/der das Abstract eingereicht hat;
  • nennen Sie alle beteiligten Autorinnen und Autoren mit vollständigem Namen, E-Mail-Adresse und institutioneller Anbindung.

Redaktionsablauf
28. Februar 2020: Deadline für die Einreichung Ihres Abstracts
Mitte März 2020: Entscheidung über Einladungen zur Einreichung eines Manuskriptes
Mitte Juni 2020: Deadline für die Einreichung des Manuskriptes, anschließend double non-blind Begutachtungsprozess
Anfang September 2020: Rückmeldungen aus dem Begutachtungsprozess, anschließend Überarbeitungen durch die Autorinnen und Autoren
Mitte Oktober 2020: Redaktionsschluss
Dezember 2020: Veröffentlichung der TATuP-Ausgabe 3/2020 (Print und online)

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