Open Data, Open Science

Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern

  

Im Rahmen des Fachinformationsdienstes (FID) „Sozial- und Kulturanthropologie“ hat die DFG auch ein Teilprojekt zum Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern bewilligt. Zunächst sollen der aktuelle Stand des Umgangs mit Forschungsdaten, Einstellungen zu und Erfahrungen mit dem Thema Forschungsdatenmanagement erhoben werden, um schließlich im Austausch mit Kolleg_innen einen Workflow der forschungsbegleitenden Datensicherung zu entwickeln und zu erproben.

 

Mit „Open Science“ ist das Anliegen verbunden, nicht nur auswertende Publikationen, sondern auch Forschungsmaterialien über das Internet zugänglich zu machen. Vor diesem Hintergrund wird unter dem Begriff „Research Data Management“ seit einiger Zeit die Definition eines Rahmens diskutiert, der die Veröffentlichung und den möglichst freien Austausch von Forschungsdaten ermöglicht. Ziel ist die Etablierung einer nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur, die es Wissenschaftler_innen erlaubt, ihre Daten in vertrauenswürdigen Repositorien dauerhaft zu speichern – nicht zuletzt, weil genau das zunehmend auch von Forschungsförderern gefordert wird. (vgl. z.B. DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten, Guidelines on Data Management in Horizon 2020)

 

Mit der Bewilligung des FID bietet sich nun die Möglichkeit, fachspezifische Anforderungen an eine künftige Forschungsdateninfrastruktur für die deutschsprachigen ethnologischen Fächer möglichst breit zu diskutieren. Neben der Kooperation mit einzelnen Forschungsprojekten werden Workshops an der Universitätsbibliothek der HU Berlin und Beiträge zu Fachtagungen dazu Gelegenheit geben.

 

Eine Umfrage im Herbst 2016 wird zudem erstmals systematisch die Vielfalt derzeit genutzter digitaler Datenformen und -formate sowie den Bestand an bereits vorhandenen technischen, semantischen und institutionellen Lösungen für Data-Sharing und Langzeitarchivierung in den ethnologischen Fächern eruieren. Sie wird auch den Bedarf und die fachspezifischen Ansprüche an Forschungsdatenmanagement sowie die Bedingungen für die Überführung ethnografischer Materialien in digitale Langzeitarchive erheben. Auf diesem Weg soll bei der Konzeption und dem künftigen Aufbau von Infrastrukturen ein möglichst breites Spektrum an Bedürfnissen, Erwartungen und Expertisen berücksichtigt werden. Nicht zuletzt geht es perspektivisch auch um die Entwicklung fachspezifischer Richtlinien zum Umgang mit Forschungsdaten, wie etwa Standards der Auswahl und Aufbereitung und Verzeichnung sowie Regeln für einen adäquaten qualifizierten Zugang zu Daten. Die Umfrage zielt deshalb besonders darauf, Anforderungen an solche Dateninfrastrukturen auszuloten, die den Besonderheiten ethnografischer Praxis Rechnung tragen und Aspekte wie Kontextgebundenheit und kritische Selbstreflexion, aber auch Datenschutz und Anonymisierung angemessen berücksichtigen.

 

Bericht zur Umfrage "Open Data. Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern" Teil 1: Statistiken

 

 

Ansprechpartnerin

Dr. des. Sabine Imeri, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschungsdatenmanagement
sabine.imeri.1(at)ub.hu-berlin.de

 

 

Weiterführende Links

 

Einen guten Einstieg in das Thema bieten die Webseiten der AG Forschungsdatenmanagement der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) und nestor - Deutsches Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung:

http://www.forschungsdaten.org/index.php/AG_Forschungsdaten