Was ist ein Sondersammelgebiet?

Entstehungszusammenhang der Sondersammelgebiete

Eine Nationalbibliothek wie die British Library oder die Pariser Bibliotheque Nationale de France gibt es in Deutschland nicht. Statt dessen wurde in der Nachkriegszeit ein kooperatives System von Sammelschwerpunkten ins Leben gerufen, das in seiner Gesamtheit die Versorgung der Wissenschaft mit Literatur sicherstellen soll: Einige Bibliotheken erhielten den Auftrag, Literatur aus bestimmten fachlichen oder regionalen Sammelschwerpunkten zu erwerben, und zwar international und mit dem Anspruch auf Vollständigkeit. Nach der Wiedervereinigung wurde das System neu strukturiert und in diesem Zusammenhang 1998 auch die Universitätsbibliothek der Humboldt-Universität mit ihren Sondersammelgebieten betraut.

 

Aufgabenbereiche der Sondersammelgebiete

Das zugehörige Fachreferat erwirbt Monographien, Zeitschriften, graue Literatur, Datenbanken, kurz: möglichst alles, was an wissenschaftlich relevanter Literatur zu den Fachgebieten Volks- und Völkerkunde verfügbar ist. Dabei liegt der Anteil der Finanzierung durch die DFG bei derzeit etwa 50% der Ausgaben. Die Bücher werden in den Bestand der Zentralen Universitätsbibliothek eingearbeitet und können dort zu den üblichen Bedingungen über den Online-Katalog bestellt und ausgeliehen werden. Für auswärtige Benutzer stehen die Titel über die Fernleihe bzw. auf Anfrage auch per Direktbestellung zur Verfügung.

Neben der Beschaffung von Literatur besteht die Aufgabe der Sondersammelgebiete jedoch vor allem darin, zentraler Anlaufpunkt zu allen Fragen der Informationssuche und Literaturbeschaffung im jeweiligen Fachgebiet zu sein. Mit besonderen Informations-, Beratungs- und Schulungsangeboten sollen beispielhafte Serviceleistungen im Bibliotheksbereich aufgebaut werden.

 

WEBIS (Informationssystem zu Sammelschwerpunkten an deutschen Bibliotheken)