Konferenzen – Call for Papers

Doktorand/innen-Kolloquium 'Migration - Medien - Öffentlichkeit'

Das Graduierteninstituts NRW richtet in Kooperation mit der Internationalen Migrationskonferenz (21.-23. Juni 2018) an der Technischen Hochschule Köln, ein Doktorand/innen-Kolloquium der Fachgruppen ‚Medien und Kommunikation‘ und ‚Soziales und Gesundheit‘ zum Thema "Migration – Medien – Öffentlichkeit". Bewerbungsschluss ist der 15. März 2018.

  • Zeitraum: 21.06.2018 – 21.06.2018
  • Institution: Graduierteninstitut NRW (GI NRW)
  • Ort: Köln / Deutschland
  • Einzureichen bis: 15. März 2018 Einreichtermin beachten
  • Unterlagen an: Dr. Anna Knaup, anna.knaup[at]gi-nrw.de & Dr. Silke Vagt-Keßler, silke.vagt-kessler[at]gi-nrw.de

Thema:

Im Kontext von Migration werden Medien auf verschiedenen Ebenen wirksam. Einerseits können sie zur Berichterstattung und zur Herstellung und Förderung bestimmter (stereotyper, aber auch differenzierter) Bilder über Menschen mit Migrationshintergrund beitragen, andererseits werden Medien aber auch als Erinnerungs-, Kommunikations- und Koordinationswerkzeuge genutzt. Spätestens seit den 1960er Jahren wird der Zusammenhang zwischen Migration, Medien und Öffentlichkeit systematisch wissenschaftlich erforscht.
Aktuelle Ereignisse, wie z.B. die so genannte „Flüchtlingskrise“ (2015/16) oder die „Kölner Silvesternacht“ (2016), werden medial breit und kontrovers diskutiert. Ein aktuelles Problem ist die Instrumentalisierung solcher Ereignisse u.a. (aber nicht ausschließlich) durch rechtspopulistische Politiker/innen und Medienmacher/innen, die dazu beiträgt, Menschen mit Migrationshintergrund (derzeit sind hierbei besonders Geflüchtete und/oder Menschen mit muslimischer Religionszugehörigkeit im Fokus) pauschal zu stigmatisieren. In der Gesamtschau zeigt der mediale Umgang mit diesen Ereignissen einerseits, dass einige Medien differenziert und umfassend über diese Ereignisse berichten, andererseits zeigt sich, dass Medien und Öffentlichkeit das Thema Migration oft immer noch vor allem als einen negativ konnotierten sozialen Prozess darstellen und Menschen mit Migrationshintergrund dabei vor allem als Objekte der Zuschreibung erscheinen. Gleichzeitig sind Menschen mit Migrationshintergrund in Fach- und Führungspositionen des Medienfeldes stark unterrepräsentiert. Zugleich zeigt ein Blick u.a. auf die Nutzung der Neuen Medien aber auch, dass hier neue Formen von Gegenöffentlichkeiten entstehen. Zudem sind immer mehr Menschen mit Migrationshintergrund an der Entstehung von Diskursen beteiligt, die dem Mainstream gegenüber gegenläufig sind. Sie bringen ihre Perspektive ein und erheben im Rahmen der medialen Diskurse um Migration ihre Stimme (z.B. „Die neuen deutschen Medienmacher“).


Ein weiterer interessanter Aspekt ist also die Thematik der Nutzung von Medien durch Menschen mit Migrationshintergrund – und zwar sowohl als aktive „Medienmacher/innen“ als auch als Konsument/innen.
Vor diesen Hintergründen sollen Forschungen insbesondere zur Frage nach dem Zusammenhang zwischen Migration, Medien und Öffentlichkeit vorgestellt und diskutiert werden. Fragestellungen können zum Beispiel sein:

  • Welche Zusammenhänge gibt es zwischen Medien und Öffentlichkeit bzgl. des Themas Migration? Wie nehmen Menschen dieses Verhältnis wahr und wie gestalten sie es? Auf welche Weise sind politische und mediale Diskurse um Migration miteinander verwoben (auch unter historischer oder internationaler Perspektive)?

 

  • Wie werden Menschen mit Migrationshintergrund in den Medien (re-)präsentiert? Inwiefern sind Menschen mit Migrationshintergrund an der Produktion von Medien beteiligt? Welche Medien werden von Migrant/innen warum rezipiert?
  • Welche Folgen haben die Medienvielfalt und die digitale, globale bzw. transkulturelle Vernetzung für Menschen mit Migrationshintergrund?

 

  • Wie behandeln und reflektieren Bildungsinstitutionen wie Schulen und Bereiche der Sozialen Arbeit das Thema Migration in ihrer alltäglichen Praxis? (sowohl in Bezug auf eigene Lehrmaterialien als auch bezogen auf eine kritischreflektierte und kreative Auseinandersetzung mit der Berichterstattung über Migrant/innen und das eigene Medienhandeln).

 

  • Welchen Einfluss haben Diversity-Aspekte wie Alter, Geschlecht oder Sprache auf Migration, Medien und Öffentlichkeit?

Zielgruppe:

Dieser Call for Papers richtet sich an Nachwuchswissenschaftler/innen, die bereits kooperativ promovieren (d.h. gemeinsam an Fachhochschule und Universität) oder in naher Zukunft kooperativ promovieren möchten und Mitglied im Graduierteninstitut NRW sind. Sollten Sie noch kein Mitglied sein, können Sie unkompliziert einen Aufnahmeantrag stellen. Bitte wenden Sie sich hierzu an die Koordinatorinnen (Kontakt s.u.). Bei freien Plätzen können auch weitere Promovierende, die nicht Mitglied der Fachgruppen sind und/oder nicht kooperativ promovieren, teilnehmen. Es werden allerdings nur Beiträge angenommen, die sich mit dem Thema des Kolloquiums befassen. Herzlich eingeladen zum Mitdiskutieren sind alle, die sich für das Thema interessieren.
Maximale Teilnehmendenzahl: 25 Personen.

Vorträge:

Eingereicht werden können Vorschläge für 15- bis 20-minütige Vorträge. An die Vorträge schließt sich eine 10-minütige Diskussion mit Professor/innen und Doktorand/innen an. Insgesamt sind drei Vorträge eingeplant. Wer einen Vortrag halten möchte, reicht bitte einen einseitigen Abstract sowie einen kurzen Lebenslauf ein.

Poster:

Eingereicht werden können außerdem Vorschläge für Poster-Präsentationen. Die Poster sollen in einer Postersession im Anschluss an das Kolloquium in drei bis fünf Minuten kurz vorgestellt werden. Daraufhin wird ein/e Professor/in zum Poster Feedback geben und auch die anderen Anwesenden können ihren Input zu dem vorgestellten Forschungsthema geben. In den Postern kann das eigene Promotions-Thema oder auch die Promotions-Idee vorgestellt werden. Die Poster können während der dreitägigen Internationalen Migrationstagung „Migration – Medien – Öffentlichkeit“ hängen bleiben, die im Anschluss an das Doktorand/innen-Kolloquium stattfindet. Wer ein Poster präsentieren möchte, reicht bitte ein Abstract von mindestens einer halben Seite sowie einen kurzen Lebenslauf ein.

Veröffentlichung:

Ausgewählte Beiträge sollen veröffentlicht werden. Genaue Angaben über die Form folgen zu einem späteren Zeitpunkt.

Kosten:

Ein Beitrag für die Teilnahme am Kolloquium des Graduierteninstituts NRW wird nicht verlangt. Für die Verpflegung wird gesorgt. Anfallende Kosten für die Anreise können nicht übernommen werden. Teilnehmende am Kolloquium können ebenfalls an der Internationalen Migrationskonferenz teilnehmen, für die eine Anmeldegebühr anfällt (Details über die Internetseite web.fhnw.ch/plattformen/migrationskonf).

Deadline:

Abstracts zu Beiträgen können bis zum 15. März 2018 per Mail eingereicht werden. Eine Rückmeldung, ob der Beitrag angenommen wurde, ist bis zum 15. April 2018 geplant. Das Kolloquium wird am 21. Juni 2018 von 10 bis 12 Uhr an der Technischen Hochschule Köln stattfinden.

Kontakt:

Bitte richten Sie sowohl Nachfragen zum Doktorand/innen-Kolloquium als auch Vorschläge für Beiträge an beide folgende Personen:

  • Dr. Anna Knaup, anna.knaup[at]gi-nrw.de (Koordinatorin Fachgruppe ‚Medien und Kommunikation‘ des Graduierteninstituts)

 

  • Dr. Silke Vagt-Keßler, silke.vagt-kessler[at]gi-nrw.de (Koordinatorin Fachgruppe ‚Soziales und Gesundheit‘ des Graduierteninstituts)

Das Graduierteninstitut NRW:

Das Graduierteninstitut für angewandte Forschung NRW ist zum 1.1.2016 als gemeinsame wissenschaftliche Einrichtung der Fachhochschulen in Nordrhein-Westfalen gegründet worden. Es hat den hochschulgesetzlichen Auftrag, kooperative Promotionen an Fachhochschulen und Universitäten nachhaltig zu stärken und auszubauen. In den Fachgruppen des GI NRW wird interdisziplinär geforscht, auch in Zusammenarbeit mit Universitäten. Voraussetzung für die Mitgliedschaft ist sichtbare und aktuelle Forschung sowie Drittmitteleinwerbung.

Weiterführende Links:

http://www.gi-nrw.de

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