Konferenzen – Tagung/Konferenz

"Kontaktzonen" und Grenzregionen. Aktuelle kulturwissenschaftliche Perspektiven

Die Konferenz bildet die Abschlussveranstaltung des Forschungsprojektes „Kontaktzonen. Kulturelle Praktiken im deutsch-tschechisch-polnischen Grenzraum“ am Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde.

  • Zeitraum: 23.11.2017 – 24.11.2017
  • Institution: Institut für Sächsische Geschichte und Volkskunde
  • Ort: Dresden / Deutschland

„Kontaktzonen“ als kulturwissenschaftliches Konzept haben seit den 1990er Jahren eine breite Rezeption und Diskussion zur Folge. Konstituierend ist der wechselseitige Austausch: Unmittelbar oder medial vermittelt, zeitlich gebunden und transformierbar kann er im nationalstaatlich definierten Grenzgebiet, zwischen heterogenen Gruppen oder unterschiedlichen Milieus und Disziplinen situiert sein. Welche heuristischen Qualitäten birgt das Konzept Kontaktzone, um die Interaktionen von Akteurinnen und Akteuren zu untersuchen, die sich als different wahrnehmen?

Die Konferenz fragt nach dem analytischen Potenzial des Begriffs. Ein thematischer Schwerpunkt liegt dabei auf Kontaktzonen in zentraleuropäischen Grenzregionen, die aus historischer und gegenwartsbezogener Perspektive untersucht werden. Als machtsensibles Instrumentarium schärft der Begriff auch den Blick für die Praxen der Aushandlung um museale und filmische Repräsentationen, die im Rahmen der Tagung ebenfalls als Kontaktzonen diskutiert werden.

In der Zusammenschau der Beiträge sollen zum einen die Eigenlogiken der diversen Kontaktzonen beleuchtet und zum anderen die analytischen Möglichkeiten sowie methodischen Implikationen des Begriffs verdichtet werden.

Programm

Donnerstag, den 23.11.2017

10:00 Uhr
Begrüßung
Peter Wiegand / Stellv. Leiter des Sächsischen Staatsarchivs – Hauptstaatsarchiv Dresden
Winfried Müller / Geschäftsführender Direktor des Instituts für Sächsische Geschichte und Volkskunde

Sektion 1
Moderation: Sarah Kleinmann (Dresden)

10:30 Uhr
Ira Spieker (Dresden)
Kontaktzonen. Zur Konturierung eines Konzepts

11:15 Uhr
Dominik Gerst & Hannes Krämer (Frankfurt/Oder)
Methodologische Prinzipien kulturwissenschaftlicher Grenzforschung oder: Die Doppelstadt als Kontaktzone

12:00 Uhr
Dorota Bazuń & Mariusz Kwiatkowski (Zielona Góra)
Eurotown Gubin-Guben as a Laboratory of Contact with “Strangers”

12:45-14:00 Uhr Mittagspause

Sektion 2
Moderation: Arnika Peselmann (Dresden)

14:00 Uhr
Norbert Haase (Dresden)
Erinnerungskulturen im Resonanzraum zeitgenössischer Musik. Zur Entstehungsgeschichte des Europäischen Zentrums für Erinnerung, Bildung und Kultur/Meetingpoint Music Messiaen in Zgorzelec

14:45 Uhr
Michal Tošner (Hradec Králové)
Euroregion Glacensis: Cross-border Cooperation and Anxiety in the Czech-Polish Contact Zone

15:30-16:00 Uhr Kaffeepause

Sektion 3
Moderation: Dorota Bazuń (Zielona Góra)

16:00 Uhr
Hana Daňková (Prag)
Hotel Sudety: Between Commodification and Reconciliation

16:45 Uhr
Karolína Pauknerová & Jiří Woitsch (Prag)
Walking in the Czech-German Borderland: Educational Trails as a Materialized Contact Zone

17:30 Uhr
Arnika Peselmann & Sarah Kleinmann (Dresden)
Kontaktzonen im deutsch-tschechisch-polnischen Grenzraum – komparative Perspektiven

Freitag, den 24.11.2017

Sektion 4
Moderation: Hana Daňková (Prag)

9:00 Uhr
Kaleigh Bangor (Nashville)
„Der Tintenterror der Bürokratie“. Joseph Roth’s Autoethnographic Engagement with Bureaucratic Contact Zones.

9:45 Uhr
Torsten Näser (Göttingen)
Strategien der Aushandlung kameraethnografischer Begegnungen

10:30-11:00 Uhr Kaffeepause

Sektion 5
Moderation: Uta Bretschneider (Kloster Veßra)

11:00 Uhr
Susannah Eckersley (Newcastle)
From War Zone to Contact Zone? Museums, Memories and Objects of Migration

11:45 Uhr
Elisabeth Tietmeyer (Berlin)
Das Museum als ‚Kontaktzone‘? Kritische Reflexionen aus der Praxis

12:30-13:30 Uhr Mittagspause

Sektion 6
Moderation: Ira Spieker (Dresden)

13:30 Uhr
Rita Sanders (Köln)
Durch Zeit und Raum: Kontakt und Abgrenzung in der russischen Exklave Kaliningrad

14:15 Uhr
Anja Decker (München)
Ländliche Peripherien als multiple kulturelle Kontaktzonen. Identitäten, Macht und Agency im westlichen Böhmen

15:00-15:30 Uhr
Abschlussdiskussion

Weiterführende Links:

http://www.isgv.de/projekte/volkskunde/kontaktzonen

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