Konferenzen – Call for Papers

Teuto-Brasilianisch, Plautdietsch und Namsläng: Spuren und Einflüsse von Migration aus dem deutschssprachigen Raum

Call for Papers zur interdisziplinären Tagung "Teuto-Brasilianisch, Plautdietsch und Namsläng: Spuren und Einflüsse von Migration aus dem deutschssprachigen Raum" am 25. und 26. Januar 2018 in der Österreich Bibliothek Cluj-Napoca.

  • Zeitraum: 25.01.2018 – 26.01.2018
  • Institution: Babes-Bolyai Universität Cluj-Napoca
  • Ort: Cluj-Napoca / Rumänien
  • Einzureichen bis: 15. November 2017 Einreichtermin beachten
  • Zusätzliche Unterlagen: ein Abstract vom Umfang einer Seite sowie einen kurzen Lebenslauf
  • Unterlagen an: tagungcluj2018[at]freenet.de.

Wie Immigration eine Gesellschaft, ihre Kultur und Sprache verändert, ist heftig diskutiert und wild umstritten; dass sie es tut, steht außer Frage. Während manchen Befürchtungen zufolge syrische Flüchtlinge gerade dabei sind, das Abendland untergehen zu lassen, wird aber der Aspekt wenig beachtet, dass auch ‹wir› bzw. ‹unsere Vorfahren› Gesellschaften, ihre Sprachen und Literaturen durch Immigration beeinflusst haben. Hier in Transsylvanien/Siebenbürgen sind die Spuren offensichtlich – wer in ‹Klausenburg› ein Bier trinken möchte, bestellt beim ‹chelner› eine ‹halbă de bere›.

Immigranten aus Deutschland und Österreich kamen vor allem aufgrund religiöser Verfolgung hierher; auch insgesamt waren die Gründe zur Emigration damals ganz ähnlich wie heute: Armut und Perspektivlosigkeit, Krieg und seine Folgen – außerdem, gerne vergessen: versprochener Reichtum durch Kolonialisierung und Ausbeutung anderer Länder.

Für Deutschsprachige sind die Gründe heute weniger zwingend, aber für viele ausreichend: Das Ausland bietet den besseren Job (oder verleiht zumindest dem CV etwas Glanz), der*die Partner*in lebt dort, oder der Lebensabend will von einer südlicheren Sonne beschienen werden.

Als Folge dieser Emigrationsbewegungen gibt es bis heute auf fast allen Kontinenten deutsche Sprachinseln; neue Sprachen wie Barossadeutsch oder Pensilfaanisch-Deitsch entstanden (und verschwanden oft wieder). Deutsche gründeten die amerikanische Kette Macy’s ebenso wie das kirgisische Dorf Bergtal; heute bilden sie die größte Immigrant*innen-Gruppe in Österreich. Aus beiden Ländern flohen Hunderttausende vor den Nationalsozialist*innen in die ganze Welt; später flohen diese ihrerseits und exportierten so unter anderem NS-Forschungsergebnisse und –Ideologie.

Deutschsprachige, wie alle Immigrant*innen, brachten und bringen ein Stück ihres Herkunftslandes in die jeweilige Aufnahmegesellschaft mit – mit ihnen wandern ihre Alltagsrituale und ihr Weltbild, ihre politischen und religiösen Vorstellungen, ihre Küche, und vor allem: ihre Sprache und ihre Geschichten mit ein.

Auf der Tagung wird der Frage nachgegangen, welche Spuren und Veränderungen diese in den Aufnahmegesellschaften hinterlassen hat – in Kunst und Architektur, wissenschaftlicher Forschung, Sprache(n), Literatur? Welche Folgen hatte dies wiederum auf die Ursprungsländer – und welche Schlüsse können daraus gezogen werden?

ORGANISATORISCHES

Die Tagung findet am 25. und 26. Januar 2018 in der Österreich Bibliothek Bernhard Stillfried statt: Strada Horea 7, 400 174 Cluj-Napoca/Klausenburg/Kolozsvár, Rumänien.

Die Teilnehmenden sind zu einem Vortrag von etwa 20 Minuten eingeladen, anschließend ist Zeit zur Diskussion vorgesehen.

Angenommene Beiträge erscheinen in lektorierter Form im 9. Band der Österreichisch-Siebenbürgischen Kulturbeiträge (herausgegeben von Univ.-Prof. Dr. Rudolf Gräf und Veronika Zwing). Unter Umständen können Reise- und Übernachtungskosten übernommen werden.

Wer an einer Teilnahme interessiert ist, sende bitte bis zum 15. November 2017 ein Abstract vom Umfang einer Seite sowie einen kurzen Lebenslauf an die Organisatorinnen Franziska Schwantuschke und Veronika Zwing, unter der Adresse: tagungcluj2018[at]freenet.de.

Weiterführende Links:

http://www.oesterreich-bibliotheken.at/verzeichnis2.php?id=28

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