Konferenzen – Tagung/Konferenz

Kulturstile der Volkskunde. Ein Kolloquium zur Erinnerung an Ruth-E. Mohrmann (1945–2015)

Die Dynamik und der Zuschnitt des Faches Volkskunde/Europäische Ethnologie werden durch unterschiedliche innerdisziplinäre Kulturstile erzeugt, derer sich diejenigen bedienen, die das Geschäft der Volkskunde betreiben. Es reicht nicht aus, sich auf die Felder der heutzutage für relevant erachteten volkskundlichen Themen, Argumentationsweisen und theoretischen Fundierungen (und ihres jeweiligen Wandels) zu beschränken.

  • Zeitraum: 11.05.2017 – 12.05.2017
  • Institution: Westfälischen Wilhelms-Universität Münster
  • Ort: Münster / Deutschland
  • Anmeldung bis: 20. März 2017
  • Anmeldung bei: Prof. Dr. Andreas Hartmann unter annop1[at]gmx.de

Ebenso gilt es zu analysieren, mit welchen Mitteln, in welchen Konstellationen und um welchen Preis dies jeweils durchgesetzt und mit dem Siegel unbezweifelter disziplinärer Gültigkeit ausgestattet wurde. In wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive hat es sich als ausgesprochen ertragreich erwiesen zu untersuchen, wer was warum und wie, mit welchen hintergründigen Absichten, im Rahmen welcher Aktionsspielräume, mit welchem Habitus, in welcher Sprache, auch innerhalb welcher Opportunitäten in der Volkskunde betrieben hat. Für die Selbstaufklärung der Disziplin über ihren derzeitigen Platz in den Wissenschaften, über das Kräftespiel in ihrem Inneren, über die Techniken und Strategien, darin Territorien abzustecken, wird es hilfreich sein, sich dezidiert den diversen Kulturstilen zuzuwenden, die in der scientific community obwalten. Wie diese Kulturstile zueinander stehen – in wechselseitiger Koexistenz, Konkurrenz, Verdrängung, Ablösung etc. – und welches ihre jeweiligen Medien, Agenturen, Netzwerke, Repräsentationen und Waffen sind: Hierzu will das Kolloquium Erhellendes beitragen.

Programm

Donnerstag, 11. Mai


10.00–10.15

Begrüßung und Eröffnung


10.15–12.30

Prof. Dr. Michael Simon (Mainz): Kulturstile der Volkskunde – der Geist und die Geister von '68

Assoz.-Prof. Dr. Silke Meyer (Innsbruck): Haltungen der Moral in der Volkskunde und Europäischen Ethnologie

Prof. Dr. Andreas Hartmann (Münster): Wir sind die Guten. Volkskunde als bekennende Wissenschaft


14.00–15.30

Prof. Dr. Silke Göttsch (Kiel): Historisches und Historizität – Perspektiven und Verständigungsformeln

Prof. Dr. Christine Aka (Mainz): Vom Schwank-Schwindel beim turnen

16.00–18.15   

Dr. Christine Bischoff (Hamburg): „Der Held im Feld“: Authenifizierungsstrategien ethnografischer Forschung

Dr. Dagmar Hänel (Bonn): Von Krisen, Bindungen und Authentizität – Zur Bedeutung von „Vertrauen“ in volkskundlichen Arbeits- und Forschungsprozessen

Dr. Sonja Windmüller (Hamburg): Feldbewegungen. Stile ethnographischer Mobilität

ab 18.30

Empfang, anschließend Imbiss

Freitag, 12. Mai

9.30–11.00

Prof. Dr. Albrecht Lehmann (Bad Sachsa): Einfache Sprache. Eine Herausforderung für die Volkskunde

Prof. Dr. Dr. Markus Walz (Leipzig): Sacharin statt Sachkulturforschung. Süße, saure sowie steile Sentenzen substituieren Studien

11.30–13.00

Prof. Dr. Dr. Bernd Rieken (Wien): Ressentiment und Abwehr in der Volkskunde/Europäischen Ethnologie oder Über Vorbehalte gegenüber der Tiefenpsychologie als Kulturstil

Prof. Dr. Christel Köhle-Hezinger (Esslingen): Gesehen und gehört werden. Plädoyer für eine Kultur(wissenschaft) des Ansehens

Veranstalter:

Gesellschaft für Volkskunde Münster e.V.

Aus Raumgründen ist die Teilnehmerzahl begrenzt.

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