Conferences – Call for Papers

Inklusion / Exklusion - Transkulturalität im Raum

Die 45. Jahrestagung des Arbeitskreises für Historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa (ARKUM e.V.) findet vom 19.09.2018 - 22.09.2018 in Kiel statt. Interessierte können sich ab jetzt mit Beiträgen bewerben.

  • Date: 19.09.2018 – 22.09.2018
  • Institution: ARKUM - Arbeitskreis für historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa e.V.
  • Location: Kiel / Deutschland
  • Documents to: thomas.meier[at]zaw.uni-heidelberg.de und umueller[at]ufg.uni-kiel.de

Das Konzept der Transkulturalität (Ortiz; Welsch) löst sich von dem Verständnis statischer, eindeutig abgegrenzter Kulturen und versteht Individuen und Kollektive als Merkmalsträger unterschiedlichster kultureller Identitäten. Transkulturalität ist in Europa nicht nur ein Phänomen von Migration, Globalisierung und Urbanität im 20. und 21. Jahrhundert. Auch in der Vormoderne gab es Räume, in denen Menschen mit unterschiedlichen Sprachen, Religionen, Kulturen und ganz allgemein unterschiedlichen Gruppenidentitäten zusammenlebten, ihre Abgrenzungen untereinander aushandelten und in vielschichtige Austauschprozesse und Wechselwirkungen miteinander verstrickt waren.


Mit dem topographic turn wurde nicht nur die Semantik von Ort und Raum neu gedacht, sondern der Raum auch geöffnet, um auf eine Gleichzeitigkeit des Unterschiedlichen und multiple und/oder situative Zugehörigkeiten hinzuweisen. Das Konzept der Transkulturalität fragt ganz wesentlich auch nach Topografien der Diversität und Hybridisierung, der Abgrenzung und Einvernahme. Es verweist damit auf Räume, die – oft nur auf den ersten Blick – bestimmten Gruppen und Kollektiven zugänglich sind, sich bei näherer Betrachtung aber als Kontaktzonen herausstellen, in denen neue Identitäten emergieren. Der von Akteurinnen und Akteuren eingenommene und angeeignete Ort im umkämpften physischen Raum wird gleichermaßen ein Anzeiger für ihre situative Verortung wie für soziale und räumliche Ausschluss- und Distinktionsmechanismen und/oder auch für ihre fließenden und immer nur im Moment bestimmbaren Identitätsverschiebungen.

Auf seiner 45. Jahrestagung fragt der Arbeitskreis für Historische Kulturlandschaftsforschung in Mitteleuropa (ARKUM e.V.) nach den konkreten räumlichen Manifestationen solcher transkulturellen Exklusions-, Inklusions- und Verschmelzungsprozesse. Die Tagung stellt in den Mittelpunkt, wie transkulturelle Prozesse und Praktiken räumliche Anordnungen schaffen und wie räumliche Dispositionen auf transkulturelle Prozesse einwirken. Es sollen insbesondere die landschaftlichen Bezüge von Räumen oder Orten betrachtet sowie die Auswirkungen transkultureller Inklusions- und Exklusionsmechanismen auf die Gestaltung und Entwicklung von Kulturlandschaft untersucht werden.

Es wird beispielsweise an die Topografien von Migration, Aus- und Einwanderung, identitätsstiftende Praktiken an Grenzen, das transkulturelle Potential von Nicht-Orten, aber auch Prozesse des Ein- und Auschließens durch spezifische Handlungstypen (z.B. religiöse, politische, ökonomische) gedacht, die sich in materiellen Arrangements niederschlagen.

Die Organisator*innen begrüßen Beiträge von Lehrenden und Forschenden nicht nur aus den Fächern Archäologie, Geschichte und Geografie, sondern auch aus verwandten Praxisfeldern und Disziplinen. Schicken Sie einen Abstract (max. 300 Worte auf Englisch oder Deutsch) ihres geplanten ca. 25-minütigen Vortrages mit Angaben zu Ihrer Person (max. 50 Worte) bis zum 31. März 2018 an thomas.meier[at]zaw.uni-heidelberg.de und umueller[at]ufg.uni-kiel.de mit dem Betreff ARKUM 2018. Über die Auswahl werden Sie bis Mitte April 2018 informiert.

Ausgewählte Beiträge werden in der Zeitschrift "Siedlungsforschung: Archäologie - Geschichte - Geographie" veröffentlicht.

Additional links:

https://www.kulturlandschaft.org/

https://www.kulturlandschaft.org/Tagungen/arkum_call-for-paper_kiel_2018

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