Conferences – Call for Papers

Transversale Transformationen. Geistes- und kulturwissenschaftliche Expertisen zur Tiefendynamik des Technologischen

Call for Papers für Workshop für Nachwuchswissenschaftler_innen an der Humboldt-Universität zu Berlin, 26./27. April 2018

  • Date: 15.02.2018 – 15.02.2018
  • Institution: Humboldt-Universität zu Berlin
  • Location: Berlin / Deutschland
  • Hand in till: 15. February 2018 Einreichtermin beachten
  • Sign up till: 15. February 2018 Anmeldungstermin beachten
  • Additional documents: Vortragsabstract von nicht mehr als 250 Wörtern sowie ein kurzer Lebenslauf oder eine Kurzbiographie
  • Documents to: Martin Kallmeyer (kallmeyer[at]hu-berlin.de) oder Uta Sommer (sommerut[at]hu-berlin.de)

Transversale Transformationen.

Geistes- und kulturwissenschaftliche Expertisen zur Tiefendynamik des Technologischen

Workshop für Nachwuchswissenschaftler_innen an der Humboldt-Universität zu Berlin, 26./27. April 2018.

Organisiert von: Martin Kallmeyer (Institut für Kulturwissenschaft, HU Berlin) und Uta Sommer (PhD-Net „Das Wissen der Literatur“, Institut für Deutsche Literatur, HU Berlin) in Kooperation mit dem thematischen Netzwerk Literatur - Wissen - Medien (Humboldt-Universität zu Berlin).

Im Alltag kommunizieren wir durch und mit digitalen Maschinen. Algorithmen begleiten uns bei unseren Online-Einkäufen, in sozialen Netzwerken oder Dating-Apps. Aus gesammelten Daten erahnen sie unser Begehren, schlagen uns Produkte, Partner_innen und politische Meinungen vor. Währenddessen entschlüsseln digitale Maschinen in den Bio-, Neuro- und Nanowissenschaften die Tiefenstrukturen des Materiellen und ermöglichen Design und Fabrikation hybrider Objekte, Strukturen und Lebensformen, die weder eindeutig natürlich noch künstlich sind.

Die wissenschafts- und medienhistorische Forschung datiert die Hochzeit der Kybernetik in den 1950er bis 1970er Jahren als die Durchsetzung eines technologischen Wirklichkeitsverständnisses mit welchem auch eine neue Erkenntnis- und Imaginationsweise, ja einer Lebensform verbunden war (vgl. Hagner/Hörl 2008:7). Diese Konstellation wirkt bis heute nach und drückt sich insbesondere in Bestrebungen zur Antizipation und Kontrolle des Möglichen aus. In den Geistes- und Kulturwissenschaften hat sich eine Vielzahl von Deutungsversuchen etabliert, um die aktuellen Ausprägungen dieser Prozesse zu durchleuchten. Zu nennen sind hier beispielsweise neuartige Vorstellungen von Ökologie, die auch Medien und Affekte umfassen (Durham Peters, Morton, Fuller, Angerer), hybride Netzwerke und Existenzweisen (Latour) sowie neuere feministische Beiträge zu Materialismus und Posthumanismus (Barad, Braidotti, Parisi).

Der Workshop begreift die gegenwärtige Technologisierung als transversale Transformationen: Sie betrifft Alltag, Politik, Wissen, Natur, Kultur, Kunst und Technik, sowie deren Beschreibungs-, Reflexions- und Kritikmodi. Die öffentliche Debatte um Digitalisierung wird von Politik und Wirtschaft bestimmt. Unser Ziel ist es, geistes- und kulturwissenschaftliche Perspektiven zusammenzubringen und Expertisen des Technologischen zu diskutieren, die sich nicht den Visionen der ‘Tech’-Branche unterordnen.

Folgende Fragen und Schwerpunkte sind für den Workshop von Interesse:

  1. Was sind die Vorzüge, aber auch die blinden Flecke aktueller theoretischer Zugriffe? Mit welchen Begrifflichkeiten, Konzepten und Theorien lässt sich die (onto-)epistemologische Kondition des technischen Zeitalters denken?
  2. Wie und auf welche Art und Weise müssen die technologischen Transformationen historisiert werden?
  3. Wenn im Zuge der technischen Transformation verstärkt asignifikante Zeichenregime und Semiotiken (Guattari) an Bedeutung gewinnen, die Sprache als symbolische Ordnung zu implodieren und das Humane porös zu werden droht, inwiefern muss die Frage der Repräsentation anders gestellt bzw. deren Jenseits in den Blick genommen werden?
  4. Welche neuen Subjektivierungsweisen und Psychopolitiken bedingen und ermöglichen heutige Technologien ‚mannigfaltiger Durchdringung‘ und Dividuation? Wie hängen diese mit etablierten Subjektivierungsweisen zusammen? Bedarf es neuer Kritikformen für eine Politisierung des Technischen?


Im Workshop sollen nicht nur die verschiedenen theoretischen Bezüge, sondern ausdrücklich immer auch konkrete Gegenstände aus medientechnischer, kultur- oder literaturwissenschaftlicher Perspektive im Mittelpunkt stehen und exemplarisch untersucht werden.

Der Workshop richtet sich an Nachwuchswissenschaftler_innen, die zu diesen und anderen Fragen im Zusammenhang mit dem Thema des Workshops aus kultur-, literatur- oder medienwissenschaftlicher, wissensgeschichtlicher, epistemologischer oder technik-philosophischer Perspektive arbeiten. Wir erbitten Vorschläge für 15-20-minütige Vorträge in deutscher oder englischer Sprache. Bitte senden Sie ein Vortragsabstract von nicht mehr als 250 Wörtern sowie einen kurzen Lebenslauf oder eine Kurzbiographie an Martin Kallmeyer (kallmeyer[at]hu-berlin.de) oder Uta Sommer (sommerut[at]hu-berlin.de). Einsendefrist ist der 15. Februar 2018.

Additional links:

https://www.hsozkult.de/event/id/termine-35963

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