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Werkstattgespräch V: Handwerk – Werkzeug – Computer. Modernes Handwerk in Sammlung, Präsentation und Vermittlung von Museen

Die Werkstattgespräche im LWL-Freilichtmuseum Hagen bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern seit 2013 die Möglichkeit, sich intensiv über aktuelle Fragen des Themas „Handwerk im Museum“ auszutauschen.

  • Date: 19.10.2017 – 19.10.2017
  • Institution: LWL
  • Location: Hagen / Deutschland
  • Documents to: Dr. Anke Hufschmidt; LWL-Freilichtmuseum Hagen; Mäckingerbach 58091 Hagen; Tel. 02331/7807-111; anke.hufschmidt[at]lwl.org

Die Sammlung und damit auch die Präsentationen an die Gegenwart heranführen – das ist heute für viele Museen eine Selbstverständlichkeit. Doch wie funktioniert dieses Vorhaben konkret in Anbetracht der überwältigenden Anzahl möglicher Objekte, die für zukünftige Fragestellungen aufschlussreiche Quellen sein könnten? Diese Frage stellt sich allgemein für die Alltagskultur, im Besonderen aber auch für die Dokumentation der Arbeitswelt und damit für das Sammeln von Gegenständen, die für das Arbeiten und Leben von Handwerkerinnen und Handwerkern stehen. In unserem diesjährigen Werkstattgespräch möchten wir der Frage nachgehen, wie modernes Handwerk und Gewerbe seinen Platz in den Sammlungen und Präsentationen gefunden hat oder noch finden wird. Mit „modernem Handwerk“ sind zum einen Berufe gemeint, die erst im Verlauf des 20. Jahrhunderts entstanden sind und sich zumeist stärker auf Reparatur und Dienstleistung verlegten als traditionelle Handwerksberufe, zum anderen aber auch ältere Handwerke, deren Entwicklung in der zweiten Hälfte des 20. und im 21. Jahrhundert zunehmend durch den Einsatz von Computern und Digitalisierung geprägt ist.

Ausgangspunkt für das aktuelle Thema ist die diesjährige Sonderausstellung „Läuft wieder! Zu Besuch in einer Kfz-Werkstatt der 1960er-Jahre“, in der wir mit dem Kfz-Mechaniker einen relativ jungen Handwerksberuf vorstellen. Er zählt noch heute zu den unter jungen Männern beliebtesten Ausbildungsberufen, der seit seiner offiziellen Anerkennung in den 1930er-Jahren vielfachen technischen Wandel erlebt hat. Wie aber sollte und könnte ein Museum diesen inzwischen als Kfz-Mechatroniker bezeichneten Beruf dokumentieren und sammeln? Werden Besucherinnen und Besucher in einhundert Jahren fasziniert vor einem elektronischen Prüfgerät in einem grauen Kasten stehen, der für uns heute zunächst wenig ansprechend erscheint?

Bisher wurde der biografische Zugang zur Handwerksgeschichte im Museum (2013), der Film als Mittel zur Dokumentation von Handwerk (2014), die Vermittlung von Handwerk in museumspädagogischen Angeboten und Ausstellungen (2015) sowie das Thema Ausbildung (2016) behandelt.


Mit theoretischen Überlegungen und praktischen Beispielen soll die Diskussion angeregt werden. Folgende Fragen sind aus unserer Sicht für das Thema von Interesse:

  • Welche übergreifenden Fragestellungen zur Entwicklung des modernen Handwerks sind im Hinblick auf Sammlung und Vermittlung besonders relevant?
  • Welche Zeitschnitte werden in Sammlungen im Hinblick auf Handwerksberufe gesetzt, mit welchen Begründungen und Auswirkungen? Wie entwickelt sich der Kanon gesammelter Handwerksberufe? Wie ist modernes Handwerk in Sammlungskonzepten zu finden?
  • Welche Herausforderungen gibt es im Hinblick auf die Materialität der Überlieferung?
  • Wird modernes Handwerk im oben genannten Sinn anders präsentiert als traditionelle Handwerksberufe? Wirkt sich die Modernität der Überlieferung auf die Präsentation aus?
  • Gibt es in Anbetracht der Art und Größe der Überlieferung Alternativen zur klassischen Sammlung, etwa virtuelle Dokumentationsprojekte?
  • Bieten oral history und biografische Methode eine besondere Chance für den Zugang zu einer Arbeitswelt, die noch greifbar ist?

Darüber hinaus sind wir offen für weitere Anregungen. Wir freuen uns, wenn die Arbeiten Bezüge zu Westfalen-Lippe aufweisen, sind aber auch an Beiträgen aus anderen Regionen interessiert.

Die Beiträge sollten eine Länge ca. 25 Minuten haben, um ausreichend Zeit für die Diskussion zu haben. Bitte melden Sie sich mit Angaben zu Ihrem Thema und Ihrer Person bei Frau Dr. Anke Hufschmidt.

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