Open Data, Open Science

Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern

 

Aktuell: Workshop zu rechtlichen Fragen zum Umgang mit Forschungsdaten in den Ethnologien am 24. November 2017

 

Veranstaltungsort: Institut für Europäische Ethnologie der HU Berlin, Mohrenstr. 41, Raum 311

 

Wir bitten um Anmeldung mit einer formlosen Email bis zum 15.11.2017 an diese Adresse:

ub.fid-ska(at)hu-berlin.de

 

 

 

Das Management von Forschungsdaten aus ethnografischen Forschungen ist von großen Unsicherheiten hinsichtlich rechtlicher Fragen begleitet. Zum einen fehlt Wissen mit Blick auf die tatsächliche Rechtslage und entsprechende Erfordernisse. Zum anderen ist weitgehend unklar, wie sich diese Erfordernisse in konkretes Handeln bzw. konkrete Schritte im Forschungsprozess sowie hinsichtlich Langzeitarchivierung und Nachnutzungsszenarien „übersetzen“ lassen und welche Konsequenzen diese Anforderungen für ethnografische Forschungen haben können. Überdies sind forschungsethische Fragen berührt, die möglicherweise nicht einfach in datenschutzrechtlichen Regelungen aufgehen. Der Workshop möchte Forschende, RechtsexpertInnen und ExpertInnen der Datenarchivierung ins Gespräch bringen. 

 

Programm

 

 

9.30 Uhr

Begrüßung: Imma Hendrix , Beate Binder

 

Einführung: Nils Zurawski (Universität Hamburg)

 

10 Uhr

Daten managen. Berichte aus Forschungsprojekten

Thomas Stodulka (Institut für Sozial- und Kulturanthropologie, FU Berlin)

Ulrike Kloeppel (Institut für Europäische Ethnologie, HU Berlin)

 

Juristische Perspektiven: Urheberrecht an Forschungsdaten

Linda Kuschel LL.M. (HU Berlin)

 

11.30 Uhr Pause

 

12.00 Uhr

Juristische Perspektiven: Datenschutz und Persönlichkeitsrechte

Elke Brehm LL.M. (Technische Informationsbibliothek, Hannover)

 

Rechtsfragen in Datenarchiven

Wjatscheslaw Sterzer (FID Sozial- und Kulturanthropologie, HU Berlin)

Susanne Kretzer (Qualiservice, Bremen)

 

13.30 Uhr Ende

 

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Sabine Imeri 

sabine.imeri.1(at)ub.hu-berlin.de

 

 

 

 

Im Rahmen des Fachinformationsdienstes (FID) „Sozial- und Kulturanthropologie“ hat die DFG auch ein Teilprojekt zum Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern bewilligt. Zunächst sollen der aktuelle Stand des Umgangs mit Forschungsdaten, Einstellungen zu und Erfahrungen mit dem Thema Forschungsdatenmanagement erhoben werden, um schließlich im Austausch mit Kolleg_innen einen Workflow der forschungsbegleitenden Datensicherung zu entwickeln und zu erproben.

 

Mit „Open Science“ ist das Anliegen verbunden, nicht nur auswertende Publikationen, sondern auch Forschungsmaterialien über das Internet zugänglich zu machen. Vor diesem Hintergrund wird unter dem Begriff „Research Data Management“ seit einiger Zeit die Definition eines Rahmens diskutiert, der die Veröffentlichung und den möglichst freien Austausch von Forschungsdaten ermöglicht. Ziel ist die Etablierung einer nachhaltigen Forschungsdateninfrastruktur, die es Wissenschaftler_innen erlaubt, ihre Daten in vertrauenswürdigen Repositorien dauerhaft zu speichern – nicht zuletzt, weil genau das zunehmend auch von Forschungsförderern gefordert wird. (vgl. z.B. DFG-Leitlinien zum Umgang mit Forschungsdaten, Guidelines on Data Management in Horizon 2020)

 

Mit der Bewilligung des FID bietet sich nun die Möglichkeit, fachspezifische Anforderungen an eine künftige Forschungsdateninfrastruktur für die deutschsprachigen ethnologischen Fächer möglichst breit zu diskutieren. Neben der Kooperation mit einzelnen Forschungsprojekten werden Workshops an der Universitätsbibliothek der HU Berlin und Beiträge zu Fachtagungen dazu Gelegenheit geben.

 

Eine Umfrage im Herbst 2016 wird zudem erstmals systematisch die Vielfalt derzeit genutzter digitaler Datenformen und -formate sowie den Bestand an bereits vorhandenen technischen, semantischen und institutionellen Lösungen für Data-Sharing und Langzeitarchivierung in den ethnologischen Fächern eruieren. Sie wird auch den Bedarf und die fachspezifischen Ansprüche an Forschungsdatenmanagement sowie die Bedingungen für die Überführung ethnografischer Materialien in digitale Langzeitarchive erheben. Auf diesem Weg soll bei der Konzeption und dem künftigen Aufbau von Infrastrukturen ein möglichst breites Spektrum an Bedürfnissen, Erwartungen und Expertisen berücksichtigt werden. Nicht zuletzt geht es perspektivisch auch um die Entwicklung fachspezifischer Richtlinien zum Umgang mit Forschungsdaten, wie etwa Standards der Auswahl und Aufbereitung und Verzeichnung sowie Regeln für einen adäquaten qualifizierten Zugang zu Daten. Die Umfrage zielt deshalb besonders darauf, Anforderungen an solche Dateninfrastrukturen auszuloten, die den Besonderheiten ethnografischer Praxis Rechnung tragen und Aspekte wie Kontextgebundenheit und kritische Selbstreflexion, aber auch Datenschutz und Anonymisierung angemessen berücksichtigen.

 

 

Bericht zur Umfrage "Open Data. Forschungsdatenmanagement in den ethnologischen Fächern" Teil 1: Statistiken

 

Poster Qualitative Forschungsdaten zur 18. DINI Jahrestagung

Poster International Open Access Week 2017 "Qualitative Forschungsdaten aus den ethnologischen Fächern" 

 

AnsprechpartnerIn

 

Dr. des. Sabine Imeri, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bereich Forschungsdatenmanagement
sabine.imeri.1(at)ub.hu-berlin.de

 

Wjatscheslaw Sterzer (MA), wissenschaftlicher Mitarbeiter im Bereich Forschungsdatenmanagement
wjatscheslaw.sterzer.1(at)ub.hu-berlin.de 

 

 

Weiterführende Links

 

Einen guten Einstieg in das Thema bieten die Webseiten der AG Forschungsdatenmanagement der Deutschen Initiative für Netzwerkinformation e.V. (DINI) und nestor - Deutsches Kompetenznetzwerk zur digitalen Langzeitarchivierung:

 

http://www.forschungsdaten.org/index.php/AG_Forschungsdaten

 

und die Informationsplattform forschungsdaten.info aus Baden-Württemberg:

 

https://www.forschungsdaten.info/